Abschied von „Herminator“ Hermann Kröll

Als der junge Hermann Kröll in Schladming Fuß fasste, hatte er, beruflich vom Fleischhauer zum Versicherungskaufmann geworden, bald die Hürden eines Zugereisten überwunden.

In dem winzigen Versicherungsbüro auf dem Hauptplatz entstand, unterstützt von Laci Seibetseder, ein Bürgerbüro – und das zu einer Zeit, als das Wort noch gar nicht bekannt war. Kröll half vielen Einheimischen mit Briefen, Empfehlungen, Interventionen u. v. m. Kaum ein Politiker vor ihm lebte den Funktionärsauftrag so intensiv wie er – vielfach zum Wohl der Hilfesuchenden, beneidet von der politischen Konkurrenz. Legendär das Foto mit Bundespräsident Franz Jonas, als ihm der ÖVP-Junggemeinderat vorgestellt wurde. In 40 Politjahren, davon 30 als Schladminger Bürgermeister, konnte Kröll vielen Präsidenten und Kandidaten die Hand schütteln, Nelson Mandela und Barack Obama miteingeschlossen. Als ÖVPBezirksparteiobmann wurde ihm auch aus eigenen Reihen mitunter vorgeworfen, sich nur um Schladming zu kümmern, aber gerade Großveranstaltungen und der Wert der Marke „Dachstein-Tauern“ zeigten, dass er ein Mandatar des Bezirkes war – im steirischen Landtag und später im Nationalrat. Seine Kreativität bei Förderungsansuchen waren in der Landesregierung mitunter gefürchtet. „Handschläge mit Kröll kosten viel Geld“, lobte einst Franz Wegart Krölls gut gemeinte Penetranz im Dienst der Region. Er rettete einst die Special Olympics vor der Insolvenz, begeisterte Arnold Schwarzenegger für die Region und erreichte so, dass die Special Olympics World Winter Games 2017 zum zweiten Mal im Ennstal durchführt werden, diesmal wohl im Gedenken an den Verstorbenen. Er wird auch all jenen in Erinnerung bleiben, die einst seine mitunter langen Reden kritisierten, sein Einmischen in so machen Diskurs zur Richtungsänderung bemängelten, denen die Zielstrebigkeit Krölls zuwider war, die Erfolg brachte und auch politische Anerkennung von allen Seiten. Das bestätigt auch LAbg. Karl Lackner als sein Nachfolger.

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