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Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Was macht es heutzutage so schwer, sich aufeinander einzulassen und Beziehung zu leben? Warum gehen so viele Liebesgeschichten, die einst mit den wundervollsten Träumen und höchsten Zielen angereichert waren, am Ende doch jämmerlich zugrunde?

Manche schieben die Schuld auf unsere schnelllebige Zeit – früher soll ja alles besser gewesen sein. Doch dabei wird gern die Tatsache übersehen, dass damals oft wirtschaftliche Gründe die Motive für beständigere Ehen und Beziehungen waren. Trotzdem wurde allem Anschein nach mehr zusammengehalten, als es heute der Fall ist. Kritische Geister bezeichnen unsere Gesellschaft als „Wegwerfgesellschaft“, womit nicht nur die Entsorgung von abgenutzten Gebrauchsgütern gemeint ist. Partnerschaftsbörsen, unter deren Anleitung der ideale Lebensgefährte wie in einem Sushi- Restaurant zusammengestellt werden kann, florieren. Der in Mode geratene Begriff „Lebensabschnittspartner“ impliziert Ablaufzeit. Die Wirtschaft hat längst das heilige Terrain der Familie erobert, die Lebenserhaltungskosten steigen, während die Löhne auf demselben Niveau verharren. War in den 70er- Jahren der Mann noch in der Lage, seine Familie allein zu erhalten, wird heute die Frau immer tiefer in die Arbeitswelt gedrängt, denn andernfalls kann die Familie nicht mehr überleben. Mann und Frau geben sich im Extremfall nur mehr die Türklinke in die Hand, weil sie in verschiedenen Schichten arbeiten, so bleibt die Kommunikation begrenzt oder gar auf der Strecke. Familien zersplittern, gleichzeitig wird von den Medien das Single- Leben als Lifestyle verherrlicht, Schlagworte wie „Selbstfindung“ bilden die Verpackung eines Hohlkörpers, die von der eigentlichen Sehnsucht nach Familie, Liebe und Beständigkeit ablenken soll. Es gibt diese Menschen wirklich, die ihr Leben lieber allein verbringen wollen, doch vielleicht nur, weil ihre Angst vor neuerlichen Enttäuschungen größer als der innige Wunsch nach Zweisamkeit geworden ist.

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