Menschen, die man noch hören sollte

Franz Zefferer, der letzte Zeitzeuge des Zweiten Weltkrieges in St. Martin/ Grimming, mit jener Vermisstenanzeige, die seine Mutter 1944 erhalten hatte, nachdem seine Einheit aufgerieben wurde.

Sie werden immer weniger, die Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges. Der bald 90-jährige Franz Zefferer (Foto) ist der älteste Weltkriegsteilnehmer aus St. Martin/Grimming. Im Kopf hell und wendig, hat sein ganzes Leben das Militär geprägt. Knapp 18-jährig zu den Gebirsgsjägern eingerückt, kam er als Kriegsgefangener in amerikanische und französische Gefangenschaft. Heimgekehrt nach Lengdorf, heuerte er 1952 bei der Bundesgendarmerie an, die nach dem Staatsvertrag den Grundstock des Bundesheeres bildete. Das Beisammensein mit Altgedienten wird oft zu einer Zeitreise in eine Vergangenheit, von der nur mehr wenige berichten können. Zefferers Schilderungen sind prägnant, einprägsam, warnend und nicht verklärend. Voll Dankbarkeit zeigt er jene Vermisstenanzeige, die einst seine Mutter im Oktober 1944 erhalten hatte, als seine Einheit aufgerieben wurde, er aber überlebte und in Gefangenschaft geriet. Der Krieg sei grausam gewesen, aber für den Frieden hat es sich gelohnt, beim Bundesheer gewesen zu sein, so Zefferer. In den Kasernen Zeltweg, Baden, Graz und Aigen/Ennstal schätzte man die Dienste seiner Generation, die als Kriegsteilnehmer sich im Lebensabschnitt nach 1955 besonders um den Frieden verdient gemacht hat.
Foto: Halasz

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