Nationalpark + „Gesäuse“ ­ Liebe auf den zweiten Blick

Die Admonter Patres predigen den Christen, das Gesäuse sei ein Akt der Schöpfung. Andere nennen den Urknall als Ursache. Bestätigt ist, dass Kaiser Franz Josef mit seinem Junior, Kronprinz Rudolf, dort die Ruhe zu persönlichen Gesprächen fand.

Ruhe ist nach vielen Turbulenzen auch beim Tourismusverband eingekehrt. So manche Bürde wurde abgeworfen, Missverständnisse und Differenzen bereinigt, Schulden beglichen. Der Markenstart ist mit dem Begriff „Gesäuse“ geglückt. Gesäuse-Geschäftsführer Mag. David Osebik (Foto, r.) übernahm neulich den „Silbernen Panther“. Er hat jenes junge Team zusammengetrommelt, welches den kompletten Markenrelaunch entwickelt hat. Das Gesäuse in den Print- und elektronischen Medien, Bildsprache, Logo, Design ­ alles ist stimmig. Nationalparkdirektor Dipl. Ing. Herbert Wölger (l.), ein Waldfachmann mit internationaler Erfahrung, hat die Region schon mit der Muttermilch inhaliert, kennt über Jahrzehnte alle Ecken des Parks. Er führt den 2002 gegründeten Nationalpark Gesäuse seit 2012. 2017 ist das 15. Gründungsjahr. Der Nationalpark wird erwachsen. David Osebik hat einst im Nationalparkbüro gearbeitet. Herbert Wölger: „Wir haben den Auftrag, möglichst viel Natur ursprünglich und ,“wild“ zu erhalten, Fauna und Flora, Urwald genauso wie Wasserläufe. Was spürbar gelungen ist: Die einheimische Bevölkerung hat den Wert des Nationalparks erkannt. Er ist im Sommer Anziehungspunkt für viele Besucher, Fachleute, Forscher, Bergsteiger, Wassersportler, Wanderer, Erlebnishungrige. In der Hochsaison schafft er bis zu 60 Arbeitsplätze. Das Nationalpark-Team bietet das veredelte Produkt, das touristische „Gesäuse“Team vermarktet es. Der 50-jährige Herbert Wölger und der 33-jährige studierte Regionalentwickler David Osebik arbeiten zusammen, wie man es sich schon seit Jahrzehnten gewünscht hat. Reformpartnerschaft ohne politischen Hintergrund. Im Gleichklang nennen die Geschäftsführer (ohne Rangordnung) Landesforste, Stift, Naturpark Steirische Eisenwurzen, Regionalmanagement und namentlich einige Firmenchefs als wertvolle Multiplikatoren für den Erfolg. Dass auch Einzelne hilfreich sind, wird am Beispiel des Konditors Günter Planitzer deutlich. „Er ist ein Sensor und Visionär, was den regionalen Zusammenhalt und Aufbruch in der Region von Ardning bis Palfau betrifft“, bestätigen Wölger und Osebik und wünschen sich noch einige solcher Visionäre. ­ Auf der dringenden Erledigungsliste sehen die beiden die nachhaltige Tourismus- und Regionalentwicklung im Gesäuse und als langfristiges Projekt die Fertigstellung des Radwegs R7 durch das Gesäuse. Dass die ÖBB den Personenverkehr eingestellt hat, schmerzt natürlich, die „Gseispur“, ein flexibles Sammeltaxisystem, und die „Gseiscard“ ziehen aber autofreie Gäste an. Und die Nationalpark-Partnerbetriebe sorgen mit ihren Angeboten dafür, dass sich alle  wohlfühlen, Einheimische und Gäste und das schon von Kindesbeinen an.
Foto: Halasz

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