„Soforthilfe Ausseerland“ – ein soziales Projekt stellt sich vor

Momentan gibt es wohl kein Thema, das unser Land so sehr spaltet, wie das der Flüchtlinge. Während ein Teil der Österreicher den Ankömmlingen kritisch und teils – trotz der Tatsache, dass ihre Flucht meist die Konsequenz barbarischer und kriegerischer Auseinandersetzungen ist – sogar ablehnenend gegenübersteht, sieht sich ein anderer Teil in der Pflicht, zu helfen. So auch die Organisatoren des humanitären Projekts „Soforthilfe Ausseerland“ in Bad Aussee.

Das Projekt

Der Kern der Gruppe besteht aus drei Personen: Markus König, der geistige Vater des Projekts, und die Mitbegründer-innen Celine F. und Nina W. Insgesamt zählt die Facebook-Initiative an die 1000 Mitglieder.

Aktivitäten

König hatte sich im August letzten Jahres vorgenommen, mit einem Anhänger voller Sachspenden das Flüchtlingslager Traiskirchen zu besuchen. Dazu erfolgte Tage vorher über Facebook ein Spendenaufruf, der nicht nur unzählige Sachspenden, sondern auch viel motivierenden Zuspruch und zahlreiche helfende Hände brachte. So war es der „Soforthilfe Ausseerland“ möglich, nicht nur in Traiskirchen, sondern auch andernorts Hilfe zu leisten. Aktuell werden mehrere Hilfsgruppen im Flüchtlings-camp Idomeni unerstützt.

Die Betroffenen

Die „Soforthilfe Ausseerland“ hat bereits tausenden Menschen geholfen, so König, der beispielsweise in einem kroatischen Militärcamp gemeinsam mit einer Kinderhilfsorganisation in einem Ärztezelt tätig war, wo pro Nachtschicht rund 700 Kranke und Verwundete versorgt wurden. In Bad Aussee, so der Initiator des Projekts, sind rund 30 Flüchtlinge, vorwiegend Familien mit Kindern, aus mehreren Nationen untergebracht. Hier gibt es auch eine Plattform, die Freizeitaktivitäten organisiert. Es können auch Patenschaften für Kinder übernommen werden. Bei Interesse kann über die „Soforthilfe Ausseerland“ gerne der Kontakt hergestellt werden.

Deutschkurse sowie Aus- und Weiterbildung

Nach einem positiven Asylbescheid, so König, stünden den Geflüchteten grundsätzlich alle Türen in puncto Aus- und Weiterbildung offen, es wäre jedoch wichtig, dass sie während der langen Verfahrensdauer von acht bis zwölf Monaten bereits Deutsch lernen, denn ohne Deutsch keine Ausbildung und keine Arbeit. Verpflichtende Deutschkurse, die von der öffentlichen Hand bezahlt werden, gibt es ab Mitte des Jahres, jedoch lediglich in der Steiermark. Die meisten Deutschkurse werden von Freiwilligen angeboten und organisiert. Hilfswillige Personen, die nicht zwingend ausgebildete Lehrer sein müssen, können sich bei regionalen Hilfsgruppen melden oder mit den Sozialpädagogen einer Flüchtlingseinrichtung Kontakt aufnehmen.

Persönliche Eindrücke und Gefühle

Seine Gefühlslage beschreibt König als kompliziert: „Nach dermaßen extremen Erlebnissen entlang der Balkanroute sind meine Gefühle noch immer nicht sortiert. Ich habe gesehen, dass Europa im Ernstfall oftmals seine Werte vergisst und keine Humanität kennt. Das muss erst noch verarbeitet werden. Im Kleinen, von einzelnen Menschen, wurden meine Hoffnungen erfüllt, ich bin jedoch von vielen auch enttäuscht, am meisten von unseren Regierungen, die schon lange vorher wussten, was da auf Europa zukommt, auf Regierungen, die auch jetzt noch viel dafür tun, dass Integration nicht funktioniert und Menschenrechte missachtet werden“.

Die Finanzierung

Die „Soforthilfe Ausseerland“ ist ganz bewusst kein Verein, sondern besteht ausschließlich aus Privatpersonen, die mit Spenden wichtige Soforthilfe für Flüchtlinge in Griechenland, Bulgarien oder der Türkei leisten. Wer das Projekt von Markus König unterstützen möchte, nimmt dafür am besten via Facebook Kontakt mit der „Soforthilfe Ausseerland“ auf. Markus König weist ausdrücklich darauf hin, dass auf dieser Seite unabhängig von der Nationalität inseriert und die Gruppe kontaktiert werden kann. Neue Mitglieder sind herzlichst willkommen.

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