Nutztiere in Stallungen erzeugen Gerüche, speziell Schweine. An der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ist es gelungen, durch Forschung in der Fütterung, neue Lüftungstechniken und Fortschritt im Stallklima einen Erfolg einzufahren.

2015 erhielt die HBLFA Raumberg- Gumpenstein von Bund und Land den Forschungsauftrag, Lösungen zur Verminderung von Ammoniakemissionen aus der Schweinehaltung zu prüfen, im Frühjahr dieses Jahres erfolgte der Spatenstich für einen Schweine-Forschungsstall. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter bei einem Besuch: „Wenn die in Gumpenstein das Geruchsproblem bei den Rinder vorbildlich gelöst haben, kann man diese Erfahrung auch für die Schweinehaltung nutzen.“ Das Geruchsproblem bei der Schweinehaltung ist beinahe international, die chemische Reaktion in der Atmosphäre aus Harn und Schweinekot ist Hauptverursacher des Gestanks.

In Gumpenstein forscht seit mehr als zehn Jahren Eduard Zentner (Foto) mit seinem Team zum Thema Geruchsemission aus der Nutztierhaltung. Die Industrie kooperiert gerne bei Forschung, Versuchen, Entwicklung, Stalleinrichtung usw. Basis für die Forschungen im neuen Stall sind steirische Ferkel und steirisches Futter, immer auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, ob man heimischen Bauern diese Investition auch wirtschaftlich zumuten kann. Vom nun fertiggestellten Stall profitieren neben den Bauern auch die Fachschulen, die Landwirtschaftskammern, Beratungsbetriebe, Industrie und Futtermittelerzeuger. Manchmal führen ungewohnte Weg zum Erfolg.

Das gilt auch für Eduard Zentner. Der gelernte Tischler kam nach Gumpenstein, machte am zweiten Bildungsweg in Raumberg die Matura und wurde 2016 zum Präsidenten der Landarbeiterkammer gewählt, die mit rund 12.000 Mitgliedern alle Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft, im Garten- und Gemüsebau, in Sonderkulturen, Fachschulen und auch die LK-Beschäftigten vertritt. Anders als seine Vorgänger wechselte er nicht als Verwalter der Sommerresidenz des Bundespräsidenten ins Mürztal, sondern kann dank präziser Organisation beide Funktionen erfüllen. Schon kündigen sich erste Fachbesucher an, welche die gelungene Stalllösung besichtigen wollen. Viele Köpfe machten es möglich und Raumberg- Gumpenstein ist wieder einmal auf der Hitliste ganz oben.

Fotos: HBLFA Raumberg-Gumpenstein