Als der Fischer den Jazz nach Liezen brachte

Um 1900 entstand in den Südstaaten der USA ein Musikstil, der Jazz genannt wird. Dieser wurde im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt, was häufig im Crossover geschah, bei dem der Jazz mit anderen Musiktraditionen und Genres verknüpft wurde.

Auch der Bezirk Liezen kam in Berührung mit dieser Musikgattung, insbesondere durch die amerikanische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Musiker, der für die Wiederbelebung des Jazz in unserer Region mitverantwortlich zeichnete, ist der gebürtige Liezener Hansjörg Fischer. „Mein erstes Instrument, mit dem ich auch zur erfolgreich absolvierten Aufnahmeprüfung in der Musikhochschule 1972 in Graz angetreten bin, war die klassische Klarinette“, erinnert sich der Musiker. Da er auch damals schon Saxophon spielte, liebäugelte Fischer mit der Jazzabteilung der Hochschule, die ihn so sehr in ihren Bann zog, dass er zwei Jahr später zusätzlich an ihr inskribierte. „Im Zuge dieses Studiums habe ich Klavier, das als Pflichtfach gegolten hat, und Querflöte gelernt. Nebenbei bin ich gelegentlich bei verschiedenen Kammerorchestern sowie in der Oper und im Schauspielhaus eingesprungen“, berichtet Fischer.

Wieder in Liezen verfolgte der Musiker das Ziel, möglichst vielen Ennstalern die Magie des Jazz näherzubringen. Er gründete den Verein „Jazzclub Forum-L“, der gemeinsam mit der Kulturinitiative Steiermark, der Volkshochschule, der Liezener Musikschule und dem hiesigen Kulturreferat die Plattform und den organisatorischen Knotenpunkt darstellte. 1974 war der Musiker Mitbegründer der „Bigband Liezen“, ab 1982 rief er mit anderen Kollegen den Jazzwandertag auf die Ennstaler Hütte und die Liezener Musiknacht als Österreichpremiere ins Leben. Im bürgerlichen Leben war Fischer zwischen 1976 und 2016 in Liezen als Musiklehrer tätig. „Jetzt, in der Pension, kann ich mich intensiver den musikästhetischen Klangvorstellungen meiner eigenen Soundplantage widmen“, so der Musiker. „Musik werde ich nicht so einfach los, wie man einen Wagen in die Garage sperrt.“

Foto: KK