April, April! Was es mit dem neckischen Brauch auf sich hat

Bald jährt sich wieder der Tag, an dem wir uns gegenseitig mit falschen Behauptungen sprichwörtlich „in den April schicken“.

Seit Jahrhunderten nehmen sich am 1. April die Menschen in Europa, Amerika und Indien mit erfundenen oder verfälschten fantastischen Geschichten gegenseitig auf den Arm. In unseren Breiten wurde die Redewendung „jemanden in den April schicken“ erstmals 1618 in Bayern verwendet, der Begriff „Aprilnarr“ war bereits 1654 im Wörterbuch zu finden. Über den Ursprung dieses Brauchs kursieren mehrere Vermutungen.

Die Bibelthese beispielsweise besagt, dass Jesus damals von „Pontius zu Pilatus“ geschickt worden sei und dies soll am 1. April stattgefunden haben. 1983 verkündete Joseph Baskin, ein Geschichtsprofessor an der Universität Boston, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP erklärte er, dass der Brauch auf Kaiser Konstantin zurückzuführen sei. Sein Hofnarr soll behauptet haben, dass Narren besser regieren können. Kurzerhand soll Konstantin dem Mann für einen Tag lang sein Reich überlassen haben. Viele Medien übernahmen diese Geschichte, die von Baskin jedoch frei erfunden war. Er hatte die Journalisten und die Weltöffentlichkeit bewusst in den April geschickt.

Die wahrscheinlichste Variante ist folgende: Im Jahre 1564 fand der Wechsel vom Julianischen Solarkalender zum Gregorianischen Kalender statt, der sich nach dem Mond orientiert, was in der Bevölkerung verständlicherweise Verwirrung stiftete. Ursprünglich wurde der Beginn des neuen Jahres vom 25. März bis zum 2. April gefeiert, bis der französische König Karl IX den Jahresanfang auf den 1. Jänner legte. Menschen, die den Jahresbeginn wie gehabt feierten, wurden mit Spott und Hohn bedacht. Spaßvögel schickten ihnen zum Apriltag Einladungen zur Neujahrsfeier, die es jedoch nicht mehr gab.

Foto: panthermedia.net/Miava


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