Bitcoin – eine neue Währung?

Es gibt weltweit über zweihundert Kryptowährungen, unter denen Bitcoin die wahrscheinlich bekannteste ist. Aber welche davon wird sich – wenn überhaupt – langfristig durchsetzen?

Bitcoin ist keine Währung, die von einem Staat oder, wie beim Euro, von der Notenbank einer Staatengemeinschaft ausgegeben wird. Daher gibt es auch keine Überwachung, keine Volumensteuerung und letztlich auch keine Regulierung durch die Aufsichtsbehörden. Jeder, der eine virtuelle Währung wie Bitcoin oder eine andere Kryptowährung für seine Einkäufe, derzeit v. a. im Internet, nutzt, sollte sich bewusst sein, dass es sich hier um einen Spekulationsgegenstand mit hohen Wertschwankungen handelt. Seit März 2013 ist der Wert von nahezu null auf astronomische 18.000 Euro pro Bitcoin angestiegen, um dann wieder auf rund 6.500 Euro Gegenwert zu fallen. Es gibt keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass Bitcoins auch wieder in reale Währungen wie den Euro umgetauscht werden. Die Abwicklung von Zahlungen in Bitcoin dauern mehrere Minuten und kosten je Abwicklung einige US-Dollar pro Auftrag. Während eines Tages sind Wertschwankungen von bis zu 20 Prozent möglich. Eine Rückabwicklung von Zahlungen, die möglicherweise bei Fehlüberweisungen oder bei Nichtlieferung der bestellten Waren und Dienstleistungen notwendig sein könnte, ist nicht möglich. Die Notenbanken wie etwa die Österreichische Nationalbank (OeNB) aber auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) warnen die Konsumenten laufend vor den Risiken dieser neuen Kryptowährungen. Beim Bitcoin ist die Menge mit 21 Millionen Stück vom System her limitiert, derzeit sind bereits rund 16 Millionen im Umlauf. Immer mehr Waren und Leistungen können weltweit mit Bitcoins gekauft oder bezahlt werden, jedoch sieht das System nur eine beschränkte Menge an Bitcoins vor. Auf längere Sicht gesehen werden daher Bitcoins im Preis steigen oder die Preise für Dienstleistungen und Waren sinken. Alleine das EDV-Abwicklungssystem und die dazu benötigten Bitcoin-Miner benötigen in ihren EDV-Rechenzentren eine gigantische Menge an Strom. Der Energieaufwand soll höher sein als der gesamte Jahresverbrauch von Staaten wie Ungarn, der Slowakei oder Irland. Achten Sie besonders als Konsument daher auf Ihren guten alten Hausverstand oder das persönliche Bauchgefühl, nehmen Sie die Warnungen der Behörden und Notenbanken ernst, wenn Sie sich für den Erwerb und die Verwendung von Kryptowährungen entscheiden, und seien Sie sich bewusst, dass Sie Ihr gesamtes investiertes Vermögen verlieren können, da es keinen zentralen Betreiber gibt, der für entstandene Schäden haften könnte.

Dir. Manfred Kirchsteiger
Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Liezen-Rottenmann-Trieben eGen

Foto: photoINstyle.at


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