David Schwab Unwissenheit verführt Jugendliche zum Alkoholmissbrauch

David Schwab, 18
Moos 20
8903 Lassing
BHAK Liezen, 2BHK

Dass in jungen Jahren immer öfter zum Alkohol gegriffen wird, ist kein Geheimnis. Erschreckend dabei ist jedoch, wie nachlässig dieses Thema in der Gesellschaft behandelt wird.

Laut einer Studie der Kinderklinik des AKH ist die österreichische Jugend „Alkohol-Europameister“. Was sind die Gründe für diesen Titel? Ist es die fehlende Aufmerksamkeit der Eltern? Ist es der Reiz des Verbotenen? Wollen sich Jugendliche in ihrem Freundeskreis beweisen? Meiner Meinung nach spielt die Unwissenheit eine große Rolle, denn das Thema Alkohol und seine Folgen zählt im Elternhaus für gewöhnlich nicht zu jenen Themen, über die mit den Kindern gesprochen wird. Deshalb testen die unwissenden Jugendliche die Wirkung von Alkohol auf eigene Faust zusammen mit Freunden. Erstaunt ob der berauschenden Wirkung von Bier, Wein und Co bleibt das Klauen von alkoholhaltigen Getränken aus dem eigenen Keller keine einmalige Sache.

Erschreckend ist auch die Tatsache, dass am Eingang von Diskotheken und Bars nur stichprobenartig ein Altersnachweis verlangt wird – wenn überhaupt. Das führt dazu, dass auch Teenager unter 16 Jahren an Alkohol gelangen können. Nach Angaben der Türsteher und Barkeeper, mit denen ich gesprochen habe, wird auf das Kontrollieren des Ausweises oft verzichtet, da vor allem weibliche Jugendliche aufgrund ihres Make-ups älter wirken als sie sind.

Laut Walter Figelmüller, dem Leiter einer Wiener Selbsthilfegruppe für durch Alkoholismus gefährdete Jugendliche, ist das politische Interesse an diesem weit verbreiteten Problem hierzulande gering bis nahezu nicht existent. In ganz Wien bestehen beispielsweise gerade einmal zwei Anlaufstellen für Jugendliche, die gefährdet sind, in den Alkoholismus zu rutschen. Die finanzielle Unterstützung für diese Selbsthilfegruppen sieht leider derzeit auch sehr schwach aus. Mit einem finanziellen Beitrag der Stadt Wien von lediglich 1.800 Euro pro Jahr sei es laut Figelmüller schwer, dringend benötigte weitere Selbsthilfegruppen für diese Jugendlichen zu eröffnen.

Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche früh genug auf die Risiken des Alkohols hinzuweisen. Ich appelliere an dieser Stelle an Eltern und Bildungsbeauftragte: Wenn sich die Politik schon nicht mit finanziellen Mitteln dieser Problematik widmen will, sollte sie sich wenigstens um ein strikteres Jugendschutzgesetz und dessen Einhaltung bemühen, denn die Jugend ist die Zukunft der Gesellschaft.


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