„Die Glaubwürdigkeit steht am Spiel!“ Kommentar

Eine Mischung aus Euphorie, Neugierde und Skepsis herrschte kürzlich im Kulturhaus Liezen. Die Neugestaltung des Hauptplatzes Liezen im Zuge des Masterplans emotionalisiert und bewegt die Gemüter aller Liezener Bürger. Politische Fehlentscheidungen, fehlender Weitblick und Worthülsen aus dem Rathaus endeten bisher in leeren Schaufenstern und optischer Tristesse. Jetzt soll alles anders werden!


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Die 3D-Grafiken und Pläne, präsentiert vom beauftragten Architekten Helmut Poppe, machen Eindruck, die Konzeption und Überlegungen sind gut nachvollziehbar. Ein schön strukturierter Platz zum Wohlfühlen und möglichst frei von Autos. Ein erster Ansatz für ein gesamtheitliches Innenstadtkonzept, das Aufbruchsstimmung erzeugt.

Bei einigen zentralen Punkten blieb man jedoch etwas vage. Zu den Kosten meinte Vizebürgermeister Stefan Wasmer salopp: „Wir haben die Ennstalhalle gebaut und einen neuen Bauhof. Da werden wir das auch packen! “

Durch die Tiefgaragenlösung unter dem Hauptplatz, die ja vor einer Umgestaltung der Oberfläche abgeschlossen sein muss, wird das Projekt ohne Zweifel kostenintensiv und die Frage nach einem Gesamtbudget und der Finanzierung ist eine berechtigte. So gesehen darf man auch die zeitlichen Vorgaben als ambitioniert bezeichnen.

Noch nicht ausgearbeitet sind Lösungsvorschläge, wie man den Hauptplatz wieder mit Leben füllen könnte. Die Abwanderung des Handels an die Peripherie hat die Kundenfrequenz massiv verschlechtert. Ein Eckpunkt, denn einen neuen Boulevard vor leeren Schaufenstern will wohl keiner. Es ist noch viel zu tun, aber findet man für all diese Themen eine Lösung, so kann man den Akteuren gratulieren und die Bevölkerung kann sich über einen schönen Hauptplatz freuen.
Hartwig Strobl