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Eine Panoramabahn für den Loser

Am Altausseer Hausberg wird ab 2022 eine moderne Zehnergondelbahn die bestehende Sechsersesselbahn Loser-Jet und den Doppelsessellift, dessen Konzession ausläuft, ersetzen.

Eine Projektpräsentation am Faschingsdienstag? Und das im Ausseerland? Normalerweise undenkbar, doch in Zeiten wie diesen, in denen so vieles anders ist als gewohnt, selbst im steirischen Salzkammergut kein Faschingsscherz. Und so stand in Altaussee an diesem 16. Februar anstelle feucht-fröhlichen Treibens die Präsentation der geplanten Loser Panoramabahn am Programm.

Die Eckdaten
Die neue Seilbahn wird Tal-, Mittel- und Bergstation verbinden, dabei eine Strecke von knapp 3,5 Kilometern zurücklegen und einen Höhenunterschied von 750 Metern überwinden. Mit den 76 Zehnerkabinen des Schweizer Herstellers Bartholet wird eine Förderleistung von 1.800 Personen pro Stunde möglich sein. Insgesamt werden 25 Millionen Euro investiert, der Baubeginn ist für April 2022 anberaumt, die Inbetriebnahme soll mit Start der Skisaison erfolgen.

Stimmen
„Mir ist es wichtig, dass der Ort und seine Jugend eine Zukunft und Perspektive haben“, so Bergbahnen-Eigentümer Hannes Androsch. Geschäftsführer Rudolf Huber spricht von einem ökologisch nachhaltigen Projekt, Betriebsleiter-Stellvertreter Florian Loitzl schwärmt vom Porsche-Design und der Panoramaverglasung der Kabinen. Bürgermeister Gerald Loitzl sieht im Projekt einen „Riesenschritt nach vor“, Tourismusverbandsgeschäftsführerin Pamela Binder ortet ein „wichtiges Signal für die Region, gerade in dieser Zeit“.

Dialog mit Bedenken
Begeisterung einerseits, Bedenken andererseits, und zwar beim Dialog Lebenswertes Altaussee, der politisch zweitstärksten Kraft in der Gemeinde. Die Präsentation habe viele Fragen offengelassen. Diese wurden in einem offenen Brief an Hannes Androsch formuliert. Es gehe nicht darum, von vorneherein Nein zu sagen, aber es müsse auch die Frage, was danach komme, erlaubt sein, so Gemeinderat Martin Dämon.

Loser PanoramabahnKonkret befürchtet man, dass der Ausbau eine Entwicklung hin zu Übertourismus à la Hallstatt bewirken und man mit steigenden Gästezahlen in Folge auch weitere Projekte rechtfertigen könnte, etwa den Bau des von der Bürgerliste kritisch beäugten Loser-Zubringers Franzbergstraße. Leider, bedauert man, sei passiert, was typisch für große Vorhaben sei, nämlich dass die Bevölkerung nicht eingebunden worden ist.

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