Endlich in die eigene Tasche arbeiten

Der Tax Freedom Day, jener Tag, an dem ein durchschnittlicher Steuerzahler ausreichend Geld verdient hat, um die jährlichen Steuern und Abgaben zu zahlen, fiel heuer auf den 15. August.


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Hierzulande wird der Tax Freedom Day, zu Deutsch „Steuerfreiheitstag“, vom Austrian Economics Center berechnet. Im Vorjahr fiel er zehn Tage früher aus, im internationalen Vergleich ist Österreich ein Spätzünder. In Bulgarien und Kanada etwa arbeiten die Bürger heuer bereits seit 15. bzw. 19. Mai in die eigene Tasche. Bei unseren tschechischen Nachbarn fiel der Tax Freedom Day heuer coronabedingt beinahe einen Monat später aus als 2019, aber immerhin immer noch auf den 24. Juni. Der diesjährige deutsche Steuerfreiheitstag war der 9. Juli.

Je früher desto besser?
Kein Wunder also, dass in der Alpenrepublik im Spätsommer alljährlich Forderungen nach einem früheren Tax Freedom Day aufkommen – möglichst im ersten Halbjahr. Aber ist früher tatsächlich besser? Da-
rüber scheiden sich die Geister. Während die einen argumentieren, dass weniger Steuern gerade in Zeiten wie diesen wichtig wären, weil mehr Geld im Börserl der Menschen auch die Wirtschaft beleben würde, werten die anderen einen späten Steuerfreiheitstag als etwas Positives, weil dieser ein Zeichen für einen starken Sozialstaat sei, den es in Zeiten wie diesen mehr denn je brauche. ↖