Fremdgehen

Manche behaupten, der Mensch sei nicht zum Alleinsein geboren. Er verbringt seine Freizeit mit Freunden und geht Liebesbeziehungen mit Menschen ein, die ihm etwas bedeuten. Mit den Jahren erlangt seine Beziehungsfähigkeit mehr Tiefe und Beständigkeit, manchmal möchte er sich dann an einen Menschen fürs Leben binden.

Doch das Zusammenleben birgt so einige Gefahren, die einer Beziehung mit der Zeit das Feuer nehmen können. Einer dieser Stolpersteine nennt sich Alltag, der mit seiner Routine Eintönigkeit zwischen den beiden Partnern erzeugen kann. Es wird immer weniger miteinander geredet, schlechtestenfalls werden liebevolle Unterhaltungen durch sinnlose Zankereien ersetzt und das Schlafzimmer wird allmählich zum Ort der Stille. Einer der beiden Partner wird sich höchstwahrscheinlich zurückgewiesen und vernachlässigt fühlen. Und es ist nun mal so, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer die Bestätigung ihrer Partner suchen.

Erhält einer der Partner zu wenig oder gar keine Bestätigung, wird er vermutlich Gespräche suchen, um seine Bedürfnisse zu äußern. Fallen diese jedoch immer wieder auf taube Ohren, wird er höchstwahrscheinlich eines Tages darüber nachdenken, aus der Beziehung auszubrechen, um sich andernorts die verwehrte Bestätigung zu holen. Nun hält die Unwahrheit Einzug in die Beziehung, Geschäftsreisen oder Treffen mit Freunden werden erfunden, ab dem ersten sexuellen Fremdkontakt hat jede Geste, jedes Wort und jede Berührung zwischen den Partnern seine Qualität verloren und im gemeinsamen Bett liegen zwei Menschen von nun an zu dritt. Dieser Reiz des Verbotenen kann zur Gewohnheit und sogar zur Sucht werden. Der Fremdgeher, dessen Verhalten eher dem eines trotzigen Kindes ähnelt oder der seinen Freiheitsbegriff überhaupt über sexuelle Ungebundenheit zu definieren versucht, sollte in Wahrheit darüber nachdenken, ob er zu wirklicher Liebe fähig ist.

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