HBLFA Raumberg- Gumpenstein, 2LW Heu vs. Silage: Wer gewinnt den Kampf?

Nikola Berger, Hanna Gradwohl, Verena Jäger, Anna Raich, Antonia Redlsteiner

Heu oder Silage? Ein heiß umstrittenes Thema: Was ist nun wirklich mehr von Vorteil? Was kommt den österreichischen Betrieben mehr zugute?

Silage, auch Gärfutter genannt, ermöglicht aufgrund ihrer Witterungsbeständigkeit ein leichtes und alltägliches Arbeiten. Die Verpackungsfolie (Siloballen) gewährt den Bakte-rien, der Hefe und anderen Schimmelpilzen keinen Zugang zum Futter, was für die Ge-sundheit der Tiere eine wesentliche Rolle spielt. Die fertigen Ballen halten jedem Wetter stand und bleiben oft bis zum Gebrauch am Feld liegen. Entsteht jedoch ein Loch oder Riss in der Verpackung, dringen Keime ein und der gesamte Ballen ist nicht mehr zu gebrauchen.

Im Wesentlichen ist Heu das komplette Gegenteil. Es wird natürlich oder künstlich ge-trocknet, benötigt daher auch eine lange Trocknungszeit und eine vor dem Wetter ge-schützte Lagerung. Die Landwirte gehen bei jedem Mähen des Futters das Risiko ein, dass vor dem „Hereinholen“ des Futters eine tagelange Regenfront auftritt und das Heu dann nicht mehr zu gebrauchen ist. In die Zukunft blickend, könnte dies aufgrund des Klimawandels noch große Probleme bereiten. Es wird für die Meteorologen immer schwieriger, zuverlässige Wetterprognosen für das heute zum Teil sehr flexible Wetter zu erstellen und es tauchen immer öfter Wetterextreme auf. Dennoch – in der Käseher-stellung boomt die Nachfrage nach Heumilch, da sie zu einem köstlichen Geschmack beiträgt.

Und was geschieht mit dem Tier nach der Aufnahme dieser beiden Futtertypen? Durch die Produktion von Milchsäure sinkt der pH-Wert der Silage, da sie ein sehr saures Fut-ter ist, was auch zu allergischen Reaktionen bei Tieren führen kann. Heu fördert auf-grund seiner Struktur das Wiederkauen und das Einspeicheln des Futterbreis, beugt dadurch Pansenübersäuerung vor und ist deshalb sehr wichtig bei hohem Kraftfutteranteil für Kühe bei Laktationsbeginn. Für jedes Futtermittel gibt es Vor- und Nachteile. Was ein Bauer nun füttert, ist ihm selbst überlassen, da man die Lage wie auch die Lagermöglichkeiten jedes einzelnen Hofes berücksichtigen muss.


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