HBLFA Raumberg- Gumpenstein, 2LW Smogluft statt Naturduft: Abwanderung ländlicher Bevölkerung in der Obersteiermark

Jacob Huber, Michael Müllner, Philip Stieg, Christina Ertlschweiger, Johannes Mayr

Jährlich wandern in Orten wie Eisenerz bis zu 30 Prozent der Bevölkerung ab. Besonders betroffen sind entlegene Orte mit mangelhafter Infrastruktur, wenigen Arbeitsmöglichkeiten sowie fehlender medizinischer Versorgung.

Neben Eisenerz hat diese Landflucht auch schon längst in Hieflau, den Sölktälern, im Donnersbachtal sowie im ehemals florierenden Eisenbahnerort Selzthal eingesetzt. Während die Städte wie Wien bereits prall gefüllt sind, leeren sich die ländlichen Gemeinden immer mehr und zurück bleiben Orte, in denen kaum Weiterentwicklungen im Bereich der Infrastruktur stattfinden, Orte, die stagnieren. So stehen nicht selten historisch wertvolle Gebäude wie die Bahnarbeiterhäuser in Selzthal, die vom Aufschwung zur Zeit des Eisenbahnbaus zeugen, leer. Des Weiteren schließen immer mehr Kindergärten oder Volksschulen, die früher in fast jedem Dorf zu finden waren, und die Kleinsten der Bevölkerung müssen dadurch Wege in den nächstgelegenen Kindergarten/die nächstgelegene Schule antreten.

Die Urbanisierung bringt aber auch für die Städte selbst Nachteile. Denn durch sie werden viele landwirtschaftliche Nutzflächen verdrängt und die dort heimischen Pflanzen können nicht mehr zum Ökosystem beitragen. Zwar leben immer noch zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung am Land, doch nimmt dieser Wert rapide ab. Experten schätzen, dass bis 2030 noch weitere zehn Prozent in die Städte pilgern werden.

Ein interessanter Lösungsvorschlag für dieses Problem wäre z. B. neue Arbeitsplätze zu schaffen, indem man kleine, regionale Unternehmen und Betriebe fördert. Darüber hinaus könnten für Jugendliche interessante „Areas“ geschaffen werden, denn sie sind das Potenzial dieser peripheren Räume. Das wären beispielsweise Outdoorparks, die für verschiedenste Aktivitäten genutzt werden können – ob zum Moped- oder Mountainbikefahren, Spazierengehen oder einfach zum Erholen vom stressigen Alltag.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Gemeinden in unserer Region vor einem großen Problem stehen. Es könnte jedoch das Potenzial der Natur genutzt werden, um die Bevölkerung in diesen peripheren Gebieten zu halten und womöglich auch die urbanen Menschen anzulocken.


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