„Ich wünsche mir 30.000 Zuschauer“

Christoph Prüller ist seit dem Vorjahr neuer OK-Chef am Kulm. Im Interview mit den LBN spricht der 36-jährige Niederösterreicher, der seit 2016 im Bad Mitterndorfer Ortsteil Obersdorf zuhause ist, über den bevorstehenden Skiflug-Weltcup und die Ganzjahresnutzung der Schanze.


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LBN: Wie weit sind die Vorbereitungen für das Skifliegen fortgeschritten?
Prüller: Die Schanze selber ist schon in einem sehr guten Schneezustand. Man könnte theoretisch bereits morgen springen. Das ganze Springerdorf und der Rest werden ab 1. Februar aufgebaut.

Steigt der Stresslevel allmählich?
Ja, aber das ist ganz natürlich, weil umso näher die Veranstaltung heranrückt, umso mehr Leute wollen irgendwas von dir. Das Tagespensum ist etwas intensiver geworden. Sagen wir es einmal so.

Sind nach dem Kulm ein paar Urlaubstage eingeplant?
Naja, es ist so: Nach dem Kulm ist vor dem Kulm. Wir wollen uns da eigentlich nicht ausrasten, sondern gleich weitermachen und schauen, dass wir die Veranstaltung auch für 2021 an Land ziehen können.

Vergangene Veranstaltungen bilanzierten mitunter mit einem Minus. Sind Sie vom finanziell positiven Abschneiden des heurigen Skifliegens überzeugt?
Unser Event hat eine Budgetobergrenze, bis zu der es ausfinanziert ist. Und da wurde mit Einnahmen kalkuliert, die sehr realistisch sind.

Wie will man heuer mehr Zuschauer als beim in dieser Hinsicht doch enttäuschenden Skifliegen vor zwei Jahren anlocken?
V. a. indem wir versuchen, in der Region wieder einen großen Rückhalt zu erzeugen. Der war in der Vergangenheit nicht mehr ganz so gegeben. In den letzten Jahren hat es auch immer wieder schlechte Konstellationen gegeben, z. B. dass gleich darauf in Oberstdorf die WM war. Das ist heuer nicht der Fall. Und auch der Termin im Februar unterstützt das Ganze. Im Jänner gibt es sehr viele Sportveranstaltungen, im Februar gibt es außer Hinterstoder (Anm.: FIS Ski- Weltcup) und uns nichts.

Auf wie viele Zuschauer hoffen Sie?
Ich wünsche mir über das ganze Wochenende 30.000 Zuschauer.

Der Kulm soll künftig ja ganzjährig genutzt werden. Was ist da geplant?
Ganzjahresnutzung heißt erst einmal, dass wir das Gelände so tauglich machen müssen, dass man es ganzjährig nutzen kann. Kriegt man z. B. eine Abbiegespur von der Bundesstraße und eine Eisenbahnüberführung? Und dann wird man sich überlegen müssen, was man sportlich, aber auch touristisch machen kann. Da gäbe es beispielsweise die Kinderschanzen in Heilbrunn, die in die Jahre gekommen sind. Auch dass man eine Nordische Kombination einmal auf einer Flugschanze macht, ist immer wieder einmal im Raum gestanden.

Foto: Karl