Marlene Eder Verdrängt das ELI die Arkade?

Marlene Eder, 16
Friedhofstraße 2
4580 Windischgarsten
BHAK Liezen, 2 BHK

Vor rund eineinhalb Jahren eröffnete das ELI. Viele befürchteten damit ein Ende des bislang einzigen Shoppingcenters von Liezen – der Arkade. Mit einem eigenen Marketingkonzept versuchte die Stadt Liezen dem entgegenzuwirken.

Am 13. Oktober 2016 eröffnete das ELI – das Einkaufszentrum Liezen. Jährlich zieht es zwischen 2 und 2,5 Millionen Shoppingfreudige an. Das ELI war ein 50-Millionen-Euro-Projekt und damit die größte Investition der Stadt Liezen. Es wurden über 400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Mit den Dimensionen und den Besucherzahlen ist das ELI der seit September 1990 existierenden Arkade natürlich klar überlegen. Aber bedeutet das ELI auch das Ende der Arkade? Vor der ELI-Eröffnung sagte Arkade-Chef Richard Aigner klar: „Ich kann versichern, dass wir nicht zusperren.“ Die Arkade nehme die Herausforderung an und gehe neue Wege, so Aigner.

Auch Barbara Aigner, Kommunikations- und Marketingbeauftragte der Stadt Liezen, ist sich sicher, dass das Management der Arkade Liezen aufgrund der Wettbewerbssituation gefordert sei, neue Konzepte zu entwickeln, um den Bestand kurz- und langfristig sichern zu können. Wenn man die Lage vergleiche, lasse sich darüber streiten, welche nun die günstigere sei. „Beide Lagen haben ihre Berechtigung und sind fußläufig gut erreichbar. Das ELI ist über die Fußgängerzone in weniger als zehn Minuten vom Hauptplatz aus erreichbar“, so Barbara Aigner. Klar ist: Mehrere Geschäfte, u. a. der Buchhändler Thalia sowie Tchibo und Pearle, sind bereits von der Arkade ins ELI gezogen. „Aktuell sind Flächen in der Arkade frei, die zum Teil schon mit Alternativen zum klassischen Handel bespielt werden – etwa mit Ausstellungen und Veranstaltungen“, so Barbara Aigner.

Damit die Arkade überleben kann, hat sie sich spezialisiert. „Bei uns wird es in Zukunft mehr inhabergeführte Geschäfte geben. Das Ganze wird persönlicher“, erklärt Arkade-Chef Aigner. Die Spezialisierung und ein Marketingkonzept, das sich „Liezens neue Mitte“ nennt, gibt es schon. Babara Aigner erwähnt: „Spezialisierung und neue Identifikation sind sicher wichtig – entspanntes Shopping impliziert, dass sich Konsumenten länger im Einkaufszentrum aufhalten. Mit der Verweildauer steigen im Normallfall auch die durchschnittlichen Ausgaben.“

Die Kommunikations- und Marketingbeauftragte der Stadt Liezen ist sich sicher: „Sollte die Arkade zusperren müssen, wäre das für die Stadt Liezen sicher eine negative Entwicklung, die auch einen Frequenzverlust mit sich bringen würde.“ Was würde eigentlich mit dem leerstehenden Gebäude passieren, sollte die Arkade schließen? Babara Aigner erklärt: „Grundsätzlich liegt die Verantwortung hier sicher bei den Eigentümern. Natürlich hätte aber auch die Stadt Liezen großes Interesse an einer sinnvollen Nachnutzung. Gemeinsam müsste man zeitgerecht an Alternativprojekten arbeiten.“

Die Frage ist: Was wollen die Menschen in Zukunft? Wollen sie ein riesiges Einkaufszentrum mit zahlreichen Geschäften und Besuchern oder wollen sie lieber stressfrei einkaufen? Das wird sich in den nächsten Jahren zeigen.


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