Österreichischer Camping-Marktführer plant Großinvestition

Die Unternehmensgruppe Gebetsroither aus Weißenbach bei Liezen will in den nächsten Jahren mehrere eigene Camping Resorts errichten. In der aktuellen Coronakrise sieht man kein Hemmnis für das Projekt, auch wenn das geplante Crowdfunding gestoppt werden musste.


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Mit einigen wenigen Wohnwagen legte der Großvater einst den Grundstein, mittlerweile ist man, wie die Eigentümer Birgit und Harald Gebetsroither nicht ohne Stolz anmerken, das „größte Familienunternehmen in dieser Branche in ganz Europa“. Um die Unabhängigkeit von Fremdanbietern zu vergrößern, plant man nun die Errichtung eigener Resorts. Aktuell sei man auf rund 110 Plätzen in acht Ländern nur eingemietet, erläutert Birgit Gebetsroither, und „wir werden dort ein bisschen verdrängt, die wollen natürlich die besten Plätze für sich selber.“

Vier bis fünf Plätze sollen entstehen, am weitesten ist man in Kroatien, wo im April alle Genehmigungen vorliegen sollten und spätestens im Herbst mit den Arbeiten begonnen werden soll, wie Harald Gebetsroither hofft. In weiterer Folge sollen Resorts in Bayern und Oberitalien in Angriff genommen werden. „Das Gesamtinvestitionsvolumen in den nächsten fünf bis zehn Jahren beträgt rund 65 Millionen Euro“, berichtet Geschäftsführer Jürgen Anderle.

V. l.: Geschäftsführer Christian Gombotz, die Eigentümer Birgit und Harald Gebetsroither, Lion-Rocket-Gründer sowie Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann und Geschäftsführer Jürgen Anderle bei der Präsentation des Großprojekts. (Foto: Karl)

Crowdfunding gestoppt
Die ersten beiden Millionen sollten ursprünglich durch eine Crowdfunding-Aktion aufgebracht werden, die – auf der Plattform Lion Rocket – auch angelaufen war, aber nach wenigen Tagen gestoppt werden musste. Die Kampagne wurde rückabgewickelt, die bis dato angelegten knapp 180.000 Euro zurücküberwiesen. Das Vorhaben sei aber lediglich aufgeschoben und nicht aufgehoben, betont man bei Gebetsroither: „Wir wollen unser Crowdinvesting zu einem späteren, aktuell noch nicht definierten Zeitpunkt mit neuem Elan starten.“

Die Gründe: Man habe, so die Verantwortlichen, ja u. a. auch die Möglichkeit eines attraktiven Sachzinses in Form von Urlaubsgutscheinen angeboten, sei sich aber bewusst, dass sich die meisten Menschen derzeit nicht vorrangig mit Urlaub beschäftigen würden. Außerdem könne man sich aktuell auch selbst nicht in dem Ausmaß, wie man es gerne möchte, um das Crowdinvesting kümmern.

Coronakrise
Auch wenn das Crowdfunding aufgrund der aktuellen Krise gestoppt werden musste, begegnet man dem Thema „Corona“ bei Gebetsroither relativ entspannt. Zwar habe man, wie Geschäftsführer Christian Gombotz berichtet, derzeit 6,8 Prozent weniger Buchungen als üblich, sei damit aber weit weniger betroffen als andere Tourismuszweige, etwa die Hotellerie. „Gebetsroither ist krisengeprüft“, versichert er und verweist auf die schwierige Zeit der Jugoslawienkriege und die Finanzkrise 2008, während der man sogar Umsatzsteigerungen verzeichnen konnte. Optimistisch gibt sich auch Birgit Gebetsroither: „Es wird sich wieder normalisieren.“

»Wir halten auch einen Totalausfall von einem Jahr aus!«
Gebetsroither-GF Anderle zur Coronakrise