Raritäten aus dem Stadtarchiv Von der Schmidhütte zur MFL

Die Schmidhütte Liezen wurde 1939 gegründet. Am 1. Oktober wurde mit dem Bau begonnen, am Heiligen Abend 1940 ein Probebetrieb aufgenommen. Es galt, möglichst schnell möglichst viele Granaten zu erzeugen. Viele Arbeitskräfte kamen nach Liezen und verursachten eine enorme Wohnungsnot, Zwangsarbeiter wurden in Baracken zusammengepfercht und sollten unter furchtbaren Lebensbedingungen mithelfen, dem Deutschen Reich zum Sieg zu verhelfen. 1942, wie unsere erste Aufnahme zeigt, wurde noch immer an der Vergrößerung des Werks gebaut. Wichtig waren die Gleisanschlüsse an die Bahn. Rechts hinten sind die Baracken der Arbeiter zu sehen.

(Fotoquelle: Stadtarchiv Liezen)

Die Zeit der Hütte Liezen nach dem Krieg war geprägt durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und unterschiedliche Eigentümer wie etwa die VOEST-Tochter Noricum. Der verdeckte Verkauf von Noricum-Kanonen – zu sehen auf unserem zweiten Bild – an sowohl Irak als auch Iran im Ersten Golfkrieg führte in den 1980er-Jahren zum Noricum-Skandal. 1994 wurde die damalige Maschinenfabrik Liezen von der Haider-Gruppe übernommen und erlebt seitdem eine wirtschaftlich solide Entwicklung. ↖

(Fotoquelle: Stadtarchiv Liezen)