Respektiere deine Grenzen

Der Jagdbezirk Liezen beheimatet eine der größten Gamspopulationen im Ostalpenraum. Diese ist aber gefährdet, zum einen, weil durch den Klimawandel die Waldgrenze steigt, zum anderen durch den Menschen und sein Freizeitverhalten.

Im Winter werden die Tiere in ihren Ruhegebieten vermehrt durch Tourengeher und Schneeschuhwanderer empfindlich gestört. Weil Futter knapp ist, sind die Tiere im Winter oftmals bereits an ihrem Energielimit angekommenen. Müssen sie dann für die Flucht vor einem Sportler zusätzliche Energie verbrauchen, können das Energiedefizit und der Stress fatale Folgen haben. Im Sommer sind es Mountainbiker, Wanderer und Schwammerlsucher, die immer häufiger die Grenzen des Respekts gegenüber der Tierwelt und den Grund-/Waldbesitzern überschreiten. Viele sehen in den Alpen einen großen Freizeitpark und vergessen, dass diese auch Lebensraum vieler Tiere bzw. Erwerbsgrundlage von Landwirten und Waldbesitzern sind.

Wir müssen lernen, unseren Naturlebensraum miteinander zu teilen und alles dafür tun, dass es keine Benachteilig gibt, weder für Landwirte, Waldbesitzer, Jäger oder Freizeitnutzer noch für die Wildtiere. Deshalb ist meine oberste Prämisse, dieses Thema offen anzusprechen und mit den Verantwortlichen aus Tourismus, den Alpenvereinen, aus Land- und Forstwirtschaft sowie mit der nichtjagenden Bevölkerung zu diskutieren. Die Jägerschaft bemüht sich bereits seit vielen Jahren um Konsens, versteht sich als Sprecher der Wildtiere und geht auf den sogenannten Wandel der Zeit nach bestem Wissen und Gewissen ein.

Dasselbe erwarten wir aber auch von allen anderen. Medien und Gesellschaft sollten nicht nur die Jägerschaft als den Buhmann darstellen. Es gilt, alle Seiten anzuhören, sich mit den relevanten Themen zu beschäftigen, alles zu hinterfragen und sich auf konstruktive Diskussionen einlassen.

Foto: panthermedia.net/andrealuciani


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