Serie: „Von Generation zu Generation“ Horst Zaihsenberger, Liezener Schuhmachermeister

„Mein Handwerk gibts nicht bei Amazon“
Horst Zaihsenberger, Liezener Schuhmachermeister in vierter und orthopädischer Schuhmachermeister in zweiter Generation, ist seit mehr als 20 Jahren um die Fußgesundheit seiner Mitmenschen bemüht. Sein Wirkradius reicht dabei bis Australien.

Drückt der Schuh, ist für viele in der Bezirkshauptstadt und darüber hinaus der Familienbetrieb Orthopädie-Schuhtechnik Zaihsenberger erste Anlaufstelle. Herzstück des Unternehmens in der Ausseer Straße ist die eigene Werkstatt, in der Zurichtungen vorgenommen sowie Einlagen und Maßschuhe hergestellt werden. Die Fertigung eines individuellen orthopädischen Maßschuhs nehme rund 40 Stunden in Anspruch, erzählt Horst Zaihsenberger.

Firmengeschichte
Die Ursprünge des Familienbetriebs liegen in Lassing, wo Isidor Zaihsenberger ab 1904 als Schuhmacher tätig war. Den Weg zum Orthopädieschuhmacher schlug rund 60 Jahre später dessen Enkel Horst Zaihsenberger senior ein. Der Vater des heutigen Inhabers absolvierte in Bregenz die entsprechende Lehre und Meisterprüfung und eröffnete 1963 in Stainach ein Geschäft, mit dem er 1967 nach Liezen übersiedelte. Ein Höhepunkt: Bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid traten die Liezener Rodler Günther Lemmerer und Reinhold Sulzbacher mit Zaihsenberger-Schuhen an.

Die Anfänge der Zaihsenbergers als Schuhmacher liegen in Lassing. (Foto: KK)

Seit 1999 führt Horst Zaihsenberger junior den Betrieb – nicht minder erfolgreich, wenn auch mit anderem Schwerpunkt, wie er erzählt: „Bei meinem Vater hat der Schuhhandel eine wichtige Rolle gespielt, bei mir weniger. Ich habe 2018 einen radikalen Schnitt vollzogen und fokussiere mich stärker auf das Handwerk. Und das hat sich ausgezahlt. Wir haben beispielsweise Einlagenkunden in aller Welt, meist Auslandsösterreicher, und schon bis Australien verschickt.“

Online keine Konkurrenz
Auch wenn man als Gesundheitsbetrieb in den Lockdowns teilweise aufsperren durfte, sei die Kundenfrequenz in den letzten Monaten doch geringer gewesen, erzählt Zaihsenberger. Einen eindeutigen Vorteil habe sein Beruf in Zeiten wie diesen aber: „Mein Handwerk gibts nicht bei Amazon.“

Schön, aber …
Gibt es einen Schuh, bei dem sich Zaihsenberger die Nackenhaare sträuben? „Ja, High Heels“, antwortet er. „Die sind zwar schön anzuschauen, aber ich sehe dann nach zwanzig oder dreißig Jahren, die Folgeschäden.“ Frauen würden oft doch ihre Fußgesundheit aufs Spiel setzen. Männerfüße seien generell „besser beieinander“ als Frauenfüße.

Horst Zaihsenberger mit seiner Frau Sabine und den Söhnen Felix, Simon und Rasmus im Geschäft in der Ausseer Straße. (Foto: KK)

Fünfte Generation?
Wie in jedem Familienbetrieb der Fall, würde sich natürlich auch Zaihsenberger wünschen, dass irgendwann einmal eines seiner Kinder den Betrieb übernimmt und die Tradition fortführt. „Ich habe ja drei Burschen und Interesse ist grundsätzlich schon da. Mehr kann man aber noch nicht sagen, der älteste ist ja erst zwölf.“ ↖


WERBUNG