Standortsicherung durch 42 Kilometer lange Gasleitung

Mit einer Steuerkopfquote von knapp 1.900 Euro pro Jahr ist die Gemeinde Altenmarkt bei St. Gallen absoluter Spitzenreiter im Bezirk Liezen, beim Kommunalsteueraufkommen belegt man steiermarkweit Platz vier. Zu verdanken ist dies vor allem dem Industriebetrieb GF Casting Solutions, einem Global Player der Automobil-Zulieferindustrie.

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Fährt man von Altenmarkt nach Großreifling, taucht linker Hand ein Betrieb auf, den man in dieser Dimension hier nicht erwarten würde. 600 Mitarbeiter produzieren hier Gussteile aus Aluminium und Magnesium für die Automobilindustrie.

Geschäftsführer Christian Heigl

Geschäftsführer Christian Heigl

„Wir sind gut aufgestellt, in Europa führend und bester Standort in der Konzerngruppe von GF Casting Solutions. 2018 haben wir einen Umsatz von 160 Millionen Euro erwirtschaftet“, berichtet Geschäftsführer Christian Heigl. Trotz dieser Performance stehen in Zeiten der mobilen Umwälzungen solche Paradebetriebe in weltweitem Wettbewerb und sämtliche Kostenstellen kommen auf den Prüfstand. „Unsere Energiekosten sind hoch. Derzeit nutzen wir Strom und Flüssiggas, aber das ist langfristig zu teuer“, so der Geschäftsführer des Industrieunternehmens.

Neues Erdgasprojekt
In Kooperation mit der Energie Steiermark hat man deshalb ein Projekt ausgearbeitet, das die Komplettversorgung des Betriebs über eine Erdgasleitung vorsieht. Dazu müsste eine 42 Kilometer lange Leitung von Liezen gelegt werden. Die Kosten sind mit rund sieben Millionen Euro kalkuliert. Eine Erdgasanbindung würde dem Betrieb nicht nur jedes Jahr eine beträchtliche Summe ersparen, sondern auch zur Absicherung des Betriebsstandorts beitragen, wie Heigl berichtet. Außerdem würden durch die Umstellung auf Erdgas 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Reduziert man die Dimension des Projekts allein auf GF Casting Solutions Altenmarkt, ist die Umsetzung nicht möglich. Doch Heigl argumentiert: „Wir sind der Meinung, dass dies auch eine tolle Chance für diese Region hier w.re. Man k.nnte die viel geforderte Breitbandanbindung integrieren und auch anderen Betrieben in St. Gallen und Umgebung eine Erdgasanbindung anbieten. Auch für künftige Betriebsansiedlungen ist eine solche Verbindung vorteilhaft.“ Derzeit ist man bemüht, die Gemeinden und das Land von der Wichtigkeit des Projekts zu überzeugen. H. Strobl

Fotos: KK