Zurück auf die Überholspur

Zwei Jahre vor dem Überschwappen der Finanzkrise von den USA auf Europa titelte das deutsche Wochenmagazin Stern im Juni 2005: „Österreich – das bessere Deutschland!“


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Und nun, im Jahr 2017 und zwölf Jahre später? Die Zeit ist vergangen und wir sind im europäischen Vergleich durchwegs zurückgefallen. Natürlich können wir uns als gelernte Österreicher immer noch damit trösten, dass wir immer noch besser sind als viele andere Länder. Das ist schon richtig, aber was hält uns davon ab, einfach wieder Gas zu geben, aus diesem Mittelfeld auszubrechen und auf die Überholspur zu wechseln? Erkennen wir die Probleme nicht? Haben wir keine Entscheidungskraft? Fehlt es uns an Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten? Haben wir gar Angst davor, etwas zu verändern und fehlt uns damit die notwendige Portion Risikofreudigkeit?

Die Zeit ist reif dafür, dass wir unser Land wieder auf die Überholspur zurückführen. Wir müssen aktiv werden und dabei auch einiges zurücklassen. Den vielen Menschen in unserem Land muss es wieder Freude machen, aktiv anzupacken. Auch für kleine und mittlere Verdiener muss es wieder Möglichkeiten geben, für sich selbst und für ihre Kinder etwas aufzubauen. Genau das Gegenteil bewirken hier aber immer neue Steuern und weitere bürokratische Hürden. Um unser Land wieder auf die Überholspur zurückzubringen, brauchen wir aber weniger Staat und gleichzeitig mehr Eigenverantwortung. Das bedingt jedoch auch, dass Unternehmer in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber eine Entlastung erfahren. Deutliche Entbürokratisierung und weniger Regulierung sind hier angesagt. Aber auch Wertschätzung den vielen Unternehmern gegenüber ist notwendig, stellen sie doch den wesentlichsten Grundpfeiler für unser aller Fortschritt und Wohlstand dar.

Und sie sind nicht zuallererst, wie im öffentlichen Diskurs oft dargestellt, eine Bedrohung für die Arbeiter, Angestellten und Konsumenten. Einen weiteren Grundpfeiler unseres Wohlstandes bildet die Landwirtschaft, die nicht nur für ausgezeichnete Grundnahrungsmittel sorgt, sondern auch die Zutaten für die Lebensmittelindustrie liefert. Durch die Bewirtschaftung und Pflege unserer Landschaften und unserer Umwelt leisten die vielen Landwirte in unserem Land auch einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zum weiteren Ausbau des Tourismuslandes Österreich.

Geschätzte LeserInnen der Liezener Bezirksnachrichten, es ist auf keinen Fall undenkbar, dass wir unser Österreich wieder auf die Überholspur zurückbringen! Schon Friedrich Willhelm Raiffeisen schrieb im Jahr 1879: „Es ist nicht nötig, nach fremder Hilfe auszuschauen. Es ist alles vorhanden, um uns selbst zu helfen. Alle Mittel und Kräfte stehen uns reichlich zur Verfügung. Wir brauchen sie nur zu nutzen.“

Dir. Manfred Kirchsteiger
Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Liezen-Rottenmann-Trieben eGen

Foto: KK