Zwei Frauen, die wissen, wovon sie reden

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Stellvertretend für Damen aller Altersgruppen soll dieser Report über zwei Frauen aus dem Bezirk Liezen aufzeigen, was Frauen bewerkstelligen können.


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Barbara Krenn

Krenn hat schon als junge Wirtin Spuren hinterlassen und ideenreich mitgeholfen, dass ihr Heimatort Pürgg jenes „Kripperl der Steiermark“ geworden ist, von dem einst schon Peter Rosegger geschwärmt hat. Im Gemeinderat an der Seite von Kurt Tasch eröffnete sie mit zahlreichen Aktionen den Einheimischen den Wert des Ortsbildes, handelte auch bei Katastrophen wie Lawinenabgängen, Bahn- und Straßensperren und Differenzen in einzelnen Ortsteilen überlegt und konsequent und brachte in die nun vereinigte Gemeinde Stainach-Pürgg ein Juwel mit, das diese in neuer Vielfalt mit Wirtschaft, Verkehr, Industrie, Kultur erstrahlen lässt.

Mit Konsequenz in der Lehrlingsausbildung nervte sie so manchen altgedienten Funktionär, der kaum über touristische Tellerränder blicken wollte. Ihre Konsequenz wurde durch eine nicht geglückte Operation nur vorübergehend beeinträchtigt. Ja, Barbara Krenn sitzt im Rollstuhl, ist mobil und sitzt im Parlament. Das Wissen und die Situation der Frauen in Beruf, Politik und Familie ist ihr geläufig. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer fragte und sie habe lange überlegt. Dann war ihr klar, dass sie im Nationalrat für den Bezirk einiges bewegen könne, so Krenn. Ihren Gasthof in Pürgg weiß sie in guten Händen. Sie ist weitestgehend selbstständig, erhält in manchen Belangen Unterstützung von Monika Schachner aus Tauplitz, hat in Tochter Paulina eine wertvolle Helferin und kann sich auf ihren Freundeskreis verlassen.

Die 48-Jährige fällt auch in zahlreichen Fachausschüssen im Parlament auf, wo Gesetze beschlossen, novelliert oder abgeschafft werden. Zehn Tage pro Monat ist sie in Wien, pendelt, im Rollstuhl sitzend, nimmt auch viele Termine im Bezirk wahr und hält engen Kontakt zum Heimatbezirk. Es gibt genug zu tun und jede Chance sollte genutzt werden, wenn die Bevölkerung daraus Nutzen ziehen kann – von den Kindern bis zu den Alten, denen wir heute ein Leben in Frieden verdanken! Privat ist ihr größter Wunsch, vielleicht wieder einmal auf eigenen Beinen stehen zu können. Ihr eiserner Wille und medizinische Fortschritte können vielleicht auch das möglich machen.

Karin Gulas

Seit mehr als zehn Jahren ist Karin Gulas Bürgermeisterin in Wildalpen. Sie hat das Amt schon im Kindesalter miterlebt, war doch auch ihr Vater einst Bürgermeister. Hauptberuflich Leiterin des gern besuchten Wasserleitungsmuseums in Wildalpen, lenkt die SPÖ-Mandatarin sehr erfolgreich die Geschicke des Ortes. Problemen wie Abwanderung und Ausdünnung begegnet sie mit dem positiven Willen zu mehr Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung. „Es geht nicht ums Einzelne, sondern ums gemeinsame Ganze!“, so die Bürgermeisterin.

Die gute Infrastruktur gilt es zu erhalten und da und dort zu verbessern. Karin Gulas ist liberal und offen gegenüber den Anliegen ihrer Heimatgemeinde und ihrer Region und bringt sich auch aktiv in verschiedenen regionalen Gremien ein. Fehlende Akzeptanz als Frau in diesem Amt gab es nie. Sie war die erste Frau als Bürgermeisterin in Wildalpen ist und auch längere Zeit die einzige im Bezirk Liezen gewesen. Die knappe Freizeit verbringt Karin Gulas, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Söhne, mit Lesen, Wanderungen und Reisen, wobei sie sich auch schon sehr auf ihre neue Rolle als Oma freut.

Politisch und wirtschaftlich schätzt sie natürlich die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und ist sich sicher, dass in der Bundeshauptstadt auch die Arbeit in Wildalpen geschätzt wird. Der Erhalt der Natur mit Quellen und Wald sichert Wien den Ruf, eines der besten Trinkwasser weltweit zu haben. In früheren Zeiten hat sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl auch mehrmals davon überzeugt und mit Altbürgermeister Ewald Uresch zu Silvester sogar aufgekocht. Legendär auch der Christbaum aus Wildalpen vor dem Schloss Schönbrunn. „Und täglich gibt es in Wien auch Wasser aus Wildalpen, quellfrisch in jedem Haushalt“, freut sich Gulas.

Fotos: Halasz, Gemeinde Wildalpen