Arkade Liezen: Mit neuem Investor zu alten Höhen?

Das Einkaufszentrum an der Hauptstraße wird aller Voraussicht nach noch diesen Herbst einen neuen Eigentümer bekommen und soll durch ein auf Multifunktionalität basierendes Konzept wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Vorerst aber droht weiteres Ungemach in Form von Leerstand.

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„Ja, es gibt einen Investor“, bestätigte Heribert Krammer von der Projektentwicklung Krammer & Wagner auf Nachfrage der LBN. Es sei auch bereits ein Vorvertrag unterschrieben. Einen konkreten Namen nennen und damit einer offiziellen Präsentation vorgreifen wollte er jedoch nicht.

Auskunftsfreudiger zeigte sich kürzlich die immer wieder als potenzieller Arkade-Investor gehandelte Tiroler Pletzer Gruppe, die auch hinter dem – nicht unumstrittenen – Projekt „Traun Galerien“ in Bad Aussee steht. „Es ist korrekt, dass wir mit den derzeitigen Eigentümern in Übernahmegesprächen sind, wobei sich die Verhandlungen erst im Anfangsstadium befinden. Wir gehen derzeit davon aus, dass eine Entscheidung frühestens Ende Oktober 2020 fallen wird“, so die Antwort aus Hopfgarten im Brixental, wo die Pletzer-Gruppe ihren Sitz hat.

Leerstand
Die erste und wohl wichtigste Aufgabe, der sich Investor und Projektentwickler widmen müssen, ist der Leerstand. Seit der ELI-Eröffnung schwächelt die Arkade, musste zahlreiche Abwanderungen verschmerzen, sodass mittlerweile ein nicht unbeträchtlicher Teil der Geschäftslokale leer steht. Und es droht weiterer Leerstand: Foto Fröschl und die Stadtbuchhandlung werden andere Standorte in Liezen beziehen, das Restaurant Felian verlässt die Bezirkshauptstadt in Richtung Stein an der Enns. Auch Klipp und Kult sollen der Arkade dem Vernehmen nach bald abhandenkommen.

Andere wiederum halten dem Einkaufszentrum vorerst die Treue: „Wir bleiben auf jeden Fall einmal bis nächstes Jahr“, erklärt Anita Mattlschweiger von Anitas SchokoLaden. Verbesserungswürdig auch die Kommunikation in der Arkade. Immer wieder ist von den Handelstreibenden die Klage zu hören, dass man bezüglich der Zukunft völlig im Dunkeln gelassen werde. „Wir wissen als Mieter nicht mehr als alle anderen“, klagt beispielsweise einer.

Marchler übernimmt Aigner
Für die Aigner-Geschäftsflächen ist mit dem Knittelfelder Unternehmen Marchler bekanntlich bereits ein Nachfolger gefunden. Am 1. Oktober eröffnen das Trachtenhaus und der Rieker-Shop, am 8. Oktober das Modenhaus unter neuer Flagge. Der Leerstand bereitet dem Neo-Pächter keine Sorgen. Leerstände gebe es auch im Umfeld seiner anderen Filialen und „wir machen auch dort unser Geschäft.“. Marchler setzt auf die Aigner-Stammkundschaft und ist zuversichtlich, dass sich für die Leerstände schon bald Interessenten finden werden.

=> Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch unsere Randnotiz „Fluch oder Segen?“.