Die schwierige Suche nach einem Nachfolger

Rund 5.000 Betriebe stehen in der Steiermark bis 2027 zur Übergabe an. Doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich oftmals schwierig. Eine Situation, die auch Elektrotechnikermeister Franz Köberl aus Admont kennt.

Das Übergabepotenzial in den nächsten Jahren sei groß, bestätigt auch Christian Hollinger, der neue Leiter der Wirtschaftskammer-Regionalstelle Ennstal/Salzkammergut (siehe hierzu auch S. 29). Die Nachfolgersuche gestalte sich vielfach aber schwierig. Nur mehr knapp die Hälfte aller Unternehmen werde heute innerhalb der Familie übergeben und familienextern sei es oft nicht leicht, jemanden zu finden. Im Bezirk Liezen wurden im letzten Jahr 56 Firmen übergeben, weiß Hollinger, steiermarkweit waren es 897, österreichweit 6.770.

Weil erfolgreiche Übergaben Arbeitsplätze sichern und zu einer positiven Wirtschaftsentwicklung beitragen, ist man bei der Wirtschaftskammer um Förderung bemüht. So gibt es etwa eine österreichweite Nachfolgebörse, die potenzielle Übergeber und Übernehmer zusammenbringt, die Wirtschaftskammer Steiermark bietet mit „Follow me“ eine eigene Nachfolge-Servicestelle und vergibt für besonders erfolgreiche Übergaben jedes Jahr auch einen Award – heuer übrigens an einen Betrieb aus der Region (siehe hierzu S. 21).

Elektrotechnik Köberl

Franz Köberl aus Admont sucht einen Nachfolger für seinen Elektrotechnikbetrieb. (Foto: Karl)

Die Serviceangebote der Wirtschaftskammer hat auch der Admonter Franz Köberl bereits in Anspruch genommen, bislang ohne Erfolg. Seine Kinder haben sich schon vor Jahren gegen die Übernahme seiner Elektrotechnikfirma entschieden, seit Jänner ist Köberl nun in Pension. Noch führt er den Betrieb innerhalb der erlaubten Umsatzgrenzen weiter, würde sich aber einen Nachfolger wünschen. Werkstatt, Büro und Lagerräumlichkeiten erstrecken sich über knapp 300 Quadratmeter und könnten jederzeit übernommen werden.

Goldener Handwerksboden
Dass vor der Selbstständigkeit viele zurückschrecken, könne er verstehen, räumt Köberl ein. Man arbeite viel und die Anforderungen, nicht nur die fachlichen, sondern auch die kaufmännischen und behördlichen, würden stetig steigen. Trotzdem ist er überzeugt: „Handwerk hat noch immer goldenen Boden!“ Damit dem auch künftig so ist und kleinere Betriebe wettbewerbsfähig bleiben, gelte es Rahmenbedingungen zu optimieren, z. B. Bürokratie abzubauen. „Früher“, erzählt der Admonter, „war ich fünf Tage in der Woche im Außendienst und einen Tag im Büro. Heute ist es fast umgekehrt!“ Hier sei die Wirtschaftskammer gefordert.


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