Herzog Albrecht von Bayern

Zum Einstieg möchte ich mich einem Vorreiter der waidgerechten Jagd und Hege widmen: Herzog Albrecht von Bayern (1905 – 1996), der auch jahrelang ein Revier im Bezirk Liezen bewirtschaftet hat.

Herzog Albrecht war der Enkel des letzten Königs von Bayern, Ludwig III., der 1918 abgesetzt wurde. Von 1919 bis 1955 war er weiterhin als „Erbprinz von Bayern“ bekannt. Danach nannte er sich „Herzog von Bayern“. Albrecht erwarb die Hochschulreife und begann danach mit dem Studium der Forstwirtschaften. Der Abschluss des Studiums blieb ihm jedoch versagt, weil er nicht bereit war, in eine NS-Organisation einzutreten. Da Albrecht die Politik des NS-Regimes ablehnte, ging er mit seiner Familie zunächst nach Kroatien und anschließend nach Ungarn ins Exil. Im Jahre 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und bis zum Ende des Krieges 1945 mit seiner Familie in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau interniert. Nach dem Ende des Krieges wandte sich Albrecht wieder seinen Studien im Bereich der Forstwissenschaften zu. Seine besondere Leidenschaft gehörte der waidgerechten Jagd und Hege. Albrecht und seine zweite Gemahlin, Marie Jenke Eugenie Gräfin Keglevich von Buzin, publizierten ihre jahrzehntelangen Forschungsergebnisse sodann im umfangreichen Werk Über Rehe in einem steirischen Gebirgsrevier, für das sie die Ehrendoktorwürde der Münchner Universität erhielten. Albrechts weiteres wissenschaftliches Interesse gehörte der Tierund Pflanzenkunde.

„So ein Schmarrn“
„Man nehme 8 Eier, 6 dkg Zucker, 25 dkg Mehl, ein Seidel Milch, Rosinen, Salz, 10 dkg Butter etc. … Das ergibt nach einem alten Kochbuch einen Kaiserschmarrn! Lassen wir nun die 6 Eier, die Rosinen und somit auch den ‚Kaiser’ weg, dann bleibt nur der gewöhnliche Schmarrn übrig. Zumal ein solcher nur allzu oft über Wild und Jäger geschrieben wird – der Begriff ‚Tradition‘ ist ja fast schon ein Schimpfwort“, so Albrecht von Bayern. Weil es eben immer wieder zu Falschmeldungen oder einseitiger Berichterstattung kommt – oder wie Albrecht von Bayern sagt: „ein Schmarrn geschrieben wird“ – habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Relevanz und das Ansehen der Jagd im Allgemeinen und der Jäger im Besonderen durch fachlich kompetente Kommunikation und Transparenz in der Öffentlichkeit aufzuwerten.

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