Liezen feiert 70 Jahre Stadt

Am 1. Juni feiert die Stadt Liezen ihr 70-Jahr-Jubiläum. Bürgermeister Rudolf Hakel freut sich auf ein „Fest der Freude“, zum offiziellen Festakt wird auch Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer erwartet.

Die Stadterhebung am 1. Juni 1947, zwei Jahre nach Kriegsende, konnte man wohl in Freiheit, aber nur bescheiden feiern. Immerhin war aber mit Bundespräsident Karl Renner ein prominenter Ehrengast zugegen, der vor dem Rathaus festlich empfangen wurde. Liezen hatte 1850 eine eigene Gemeindevertretung erhalten, 1866 wurde der Ort Sitz der Bezirkshauptmannschaft, 1875 erfolgte mit einem eigenen Bahnhof der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Selzthal–Bischofshofen. Aus wirtschaftlicher Sicht verdienen die 1925 von den Brüdern Vasold ins Leben gerufene Alpenländische Kunstkeramik Liezen und die 1939 im Ort begründete Schmidhütte Liezen besondere Erwähnung. Letztere wurde 1954 von der VOEST übernommen und wird seit 1994 als Maschinenfabrik Liezen und Gießerei geführt. Das Unternehmen ist heute mit rund 800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Bezirkshauptstadt. Um wie andere Bezirkshauptorte auch den Status einer Stadt innezuhaben, erfolgte 1947 unter Bürgermeister Franz Wimmler (SPÖ) die Stadterhebung. Nach dieser begann eine Entwicklung, die heute mitunter auch kritisch betrachtet wird, sind doch viele historische Bauten verschwunden. Ein privater Rundgang durch die Stadt lässt aber da und dort durchaus noch den einstigen Charakter von Liezen erkennen. Da sieht man so manch historisches Haus, einen Bach oder ein Wegkreuz. Zweifelsohne erfolgreich waren Liezener Unternehmer, als es darum ging, die Stadt als Einkaufs- und Behördenzentrum zu entwickeln. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind diesbezüglich Familiennamen wie Huemer, Aigner, Deisl, Überbacher, Oberbichler, Letmaier, Härtel oder Vasold zu nennen. Auch als Sport- und Schulstadt hat sich Liezen einen Namen gemacht. Nachholbedarf hat die jubilierende Stadt beim Verkehr und in puncto Atmosphäre. Das Jubiläum könnte hier auch ein Anlass zur Selbstbesinnung sein. Mit einem Stadtfest alleine ist es jedoch nicht getan, es gehört dazu auch das tägliche Bemühen um gute Zusammenarbeit. Die 28 Gemeinden des Bezirks würden sich das von und für ihre Hauptstadt wünschen.

Foto: Stadtarchiv

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