Wish und weg: Von global zu regional

Jahrelang verhallten Slogans wie „Regional statt global!“ in den weiten Sphären der digitalen Welt, doch nun hat Corona mit einem Schlag alles verändert. Smart shoppen und sparen bei Shopping-Apps wie Wish oder bei Onlinehändlern wie Amazon war einmal.


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Es ist eine paradoxe Situation: Ausgerechnet jetzt, in einer Zeit, in der wir soziale Kontakte meiden sollten, rücken alle zusammen. Der Kanzler spricht von einem „Team Österreich“, in der Kleinstruktur erfahren das Dorfleben und der Familienverbund eine Wertigkeit und Qualität wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Nach einer Schockstarre von etwa einer Woche nach Bekanntwerden der Maßnahmen haben auch viele Institutionen und Freiwillige eine Versorgungskette für unsere ältere Generation und Menschen, die der Risikogruppe zuzurechnen sind, aufgebaut. „In der Not müssen wir zusammenhalten. Ich tu es gerne, auch wenn der Zeitaufwand hoch ist“, sagt beispielsweise Eva Wechsler vom Nah-&-Frisch-Markt in Selzthal, die seit Kurzem ab einem Einkaufswert von 15 Euro eine Hauszustellung anbietet und dafür nichts verlangt. Auch Bernhard Kitzer vom Sparmarkt in Aich versorgt ältere Personen und jene, die sich in Quarantäne befinden: „Der Aufwand ist groß, es wird von Tag zu Tag mehr, aber jetzt zählt einfach die Solidarität“, so der Händler. Auf ein bestehendes Vertriebsnetz baut man bei Landmarkt Lagerhaus. „Das Liefer- und Abholservice wird sehr gut angenommen. Wir kommen fast nicht nach, waren darauf aber natürlich auch nicht eingerichtet“, erklärt Manfred Fössner, der Leiter von Eurogast und Lagerhaus.

Einen Überblick über die regionalen Händler mit Lieferservice bietet die Plattform „regionalkaufen“ der Kleinen Zeitung (interaktiv.kleinezeitung. at/regionalkaufen). In Oberösterreich veröffentlicht die Wirtschaftskammer nach Bezirken geordnet Unternehmen, die liefern (lieferserviceregional.at).