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In Gams, da steht ein Braugasthaus

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In Forstauers Brauhaus Gesäuse verwöhnen Birgit und Matthias Schmiedberger ihre Gäste seit mittlerweile knapp eineinhalb Jahren mit klassischer Gasthausküche, ergänzt durch die eine oder andere kulinarische Kreativkreation. Dazu gibt‘s köstliches selbstgebrautes Bier.

In Gams, da steht ein Braugasthaus Foto: Karl

Birgit und Matthias Schmiedberger (Foto: Thomas Sattler)Was die beiden dazu bewogen hat, den ehemaligen Kirchenwirt zu pachten und unter neuem Namen wiederzueröffnen? Weil ein Gasthaus für das Dorfleben einfach wichtig sei und Tourismus – das Geodorf Gams ist eines der Zentren des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen – nur mit Gastronomie funktioniere. Und so kam es, dass die Schmiedbergers ihrem breitgefächerten Familienbetrieb am 2. Juni 2021 mit dem Brauhaus Gesäuse einen weiteren Unternehmenszweig hinzufügten.

Von Wiener Schnitzel bis Flugentenbrüstchen

Regional, altbewährt und dennoch etwas untypisch, so könne man die Küche im Brauhaus Gesäuse beschreiben, meinen die beiden Wirtsleute. „Bei uns gibt’s ein klassisches Wiener Schnitzel, wir versuchen aber immer auch, eine gewisse Kreativität in die Speisekarte zu bringen“, so Matthias. Kreativbeispiele aus der bei unserem Besuch Ende September noch gültigen Sommerkarte gefällig? Nun, da wären etwa die steirische Frühlingsrolle, gefüllt mit Pulled Pork und Kraut, das Chili vom Berglamm mit Biertreberbrot oder das Flugentenbrüstchen in Orangen-Biersauce.

Auf die Herbstkarte darf man sich ab 19. Oktober, nach der Rückkehr des Brauhaus-Teams aus dem Betriebsurlaub, freuen. Ihre Küchenchefin Tamara Hollinger, die direkt aus Gams stammt und ihr Handwerk im Vier-Sterne-Superior-Hotel Schwaigerhof in Rohrmoos erlernt hat, werde dann u. a. Kürbis aus eigenem Anbau sowie Wildgerichte, z. B. ein Hirschcarpaccio, auf die Teller bringen, verraten Birgit und Matthias schon einmal vorab.

Steirische Fruehlingsrolle

„Weil ich einfach gerne Bier trinke“

Eine Besonderheit im Gastronomiebetrieb der Schmiedbergers ist das selbstgebraute Bier, Forstauers Hofbräu. Zum Bierbrauen habe ihn in erster Linie ein ganz profaner Umstand veranlasst, erzählt Matthias geradeheraus: „Weil ich einfach gerne Bier trinke!“ Mit dazu beigetragen habe aber definitiv auch, dass mit ausreichend Platz am eigenen Hof, gutem Wasser aus einer nahen Quelle und Energie aus eigener Produktion wichtige Grundvoraussetzungen bereits gegeben waren.

Die drei stets vom Fass erhältlichen Standardsorten sind ein unfiltriertes Märzen sowie ein helles und ein dunkles Weizen. Auf der Getränkekarte finden sich aber immer wieder auch Bierspezialitäten, heuer beispielsweise das anlässlich 20 Jahre Geopark Steirische Eisenwurzen gebraute Naturpark-Jubiläumspils. Eine weitere Spezialität sei in Planung, und zwar ein Irish-steirisches Draught Stout, verrät Matthias. Und fügt augenzwinkernd hinzu: „Schwarz wie die Seele meiner Frau!“

Nachhaltigkeit als oberste Prämisse

Sympathisch und zeitgemäß: das von Nachhaltigkeit geprägte und für alle Betriebe der Schmiedbergers geltende Firmenleitbild. Die Landwirtschaft, deren Vulgoname „Forstauer“ sich in allen Betriebsbezeichnungen findet, und die Brauerei werden zu 100 Prozent biologisch geführt, in der Gastronomie wird großer Wert auf regionale Produkte, wenn möglich in Bioqualität, gelegt. Vieles von dem, was im Brauhaus Gesäuse serviert wird, etwa Rindfleisch und Bier, kommt aus eigener Produktion und erfüllt diese Kriterien zu hundert Prozent.

Anstelle von Mineralwasser wird aufgrund dessen schlechter Ökobilanz, resultierend aus Transportweg und Reinigung, bestes mit Kohlensäure versetztes Gamser Quellwasser ausgeschenkt. Und der beim Brauen als Nebenprodukt anfallende Biertreber wird als Futtermittel an die eigenen Rinder verfüttert, findet aber auch im Biertreberbrot, das zu verschiedenen Gerichten gereicht wird, Verwendung. Ob Speisen oder Bier, mit dem Wissen um diese Nachhaltigkeit schmeckt’s gleich noch einmal besser!

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LBN-WOHIN
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