Es stockt bei den Corona-Hilfsgeldern

Man hat es sich leichter vorgestellt! Als die Bundesregierung Mitte März den Shutdown verordnete, hatten gesundheitspolitische Argumente absolute Priorität. Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren zu dieser Zeit kaum abschätzbar.


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Mittlerweile ist es Realität, dass tausende Selbstständige und Unternehmen mit dem Rücken zur Wand stehen und die Zahl der Arbeitslosen sowie sich in Kurzarbeit befindlichen Menschen historische Höchstmarken erreicht hat. Ein Ende der Entwicklung ist nicht absehbar. Auch wenn die Bundesregierung diverse Hilfsfonds permanent aufstockt, so kommen die Mittel einfach nicht an. Selbstständige und EPUs haben aus dem Härtefallfonds als erste Hilfsmaßnahme zwischen 500 und 1.000 Euro erhalten, Phase zwei ist aber erst im Laufen. So hat etwa eine Unternehmerin, deren Kleinbetrieb in Liezen seit 16. März behördlich geschlossen ist, bisher lediglich 500 Euro erhalten.

Auch die meisten Klein- und Mittelbetriebe harren der Dinge. Anträge für Haftungen für Überbrückungskredite, die über Hausbanken bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) oder der Austria Wirtschaftsservice (AWS) eingereicht wurden, werden extrem schleppend abgearbeitet, Rückfragen der Unternehmer bei der ÖHT nicht einmal beantwortet. Um die Liquidität dieser Betriebe zu gewährleisten, hat man seitens des Finanzministeriums die Auszahlung des Fixkostenzuschusses vorgezogen. Firmen haben nun seit 20. Mai die Möglichkeit, einen solchen Antrag online zu stellen. Ursprünglich hätte die Auszahlung erst 2021 erfolgen sollen.

Auch die doch relativ zügige Öffnung der Betriebe hat großteils nicht den gewünschten wirtschaftlichen Impuls gebracht. „Bei uns sperren 20 bis 30 Prozent der Betriebe im Sommer gar nicht auf, weil es sich nicht rechnet. Das Problem sehe ich im Herbst. Und wenn der Winter ausfällt, wird es extrem“, meint etwa Franz Perhab, WK-Spartenobmann Gastronomie.