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Golf: Einst elitäres Vergnügen, heute leistbarer Trendsport

Golf galt lange Zeit als kostenintensiver Rentnersport, erfreut sich in den letzten Jahren jedoch immer größerer Beliebtheit. Speziell in Großbritannien und den USA längst Volkssport, ist Golf auch bei uns auf dem besten Weg dorthin.

Die mit dem Golfsport verbundenen hohen Kosten für Aufnahme- und Jahresgebühren in den Golfclubs sowie für die Ausrüstung stellten in früheren Zeiten eine hohe Einstiegsbarriere dar. Dank Starterpaketen und Schnuppermitgliedschaften für Golfneulinge, verminderten Mitgliedschaften für all jene, die es nicht regelmäßig aufs Green schaffen, der Möglichkeit, Equipment zu leihen und guter Einsteiger-Golfsets, die bereits ab 300 Euro zu haben sind, ist der Sport jedoch mittlerweile längst leistbar geworden. Golf ist sogar günstiger als Österreichs Volkssport Nummer eins, das Skifahren.

Als die Erfinder des Golfs gelten gemeinhin die Schotten, es gibt jedoch auch Theorien, die den Ursprung des Spiels in Kontinentaleuropa – Holland, Belgien und Frankreich werden hier häufig genannt – sehen. Die erste schriftliche Erwähnung datiert aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Damals verbot das schottische Parlament und König James II. das Golfspiel und ordnete stattdessen das Üben des Bogenschießens an. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich Golf sodann über ganz Großbritannien und durch die schottische Königin Mary Stuart, die für kurze Zeit auch französische Herrscherin war, auch in Frankreich. Spätestens im 17. Jahrhundert wird Golf auch in Amerika gespielt, wie ein Verbot des Spiels in den Straßen von Albany im heutigen Bundesstaat New York verrät. Ende dieses Jahrhunderts fand auch das erste internationale Golfmatch, in dem die Schotten die Engländer bezwingen konnten, statt.

1735 wird die Royal Burgess Golf Society gegründet, als ältester Golfclub, der ununterbrochen am gleichen Standort existiert, gilt allerdings die 1754 gegründete St. Andrews Society of Golfers, die später in Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews umbenannt wird. 1766 wird nahe London der erste Golfclub außerhalb Schottlands erö_ net, 1860 feiert das älteste heute noch ausgespielte Turnier, die Open Championships, außerhalb Großbritanniens auch British Open genannt, Premiere. Dieses ist neben den drei anderen Majors, die allesamt in den USA stattfinden, und dem Ryder Cup, dem Vergleichswettkampf zwischen den Teams der USA und Europa, das bekannteste Golfturnier weltweit. Golf als olympische Disziplin gibt es bei den Spielen 1900 und 1904, danach erst wieder 2016 in Rio de Janeiro, wo der Brite Justin Rose Gold gewinnt.

Österreichs Golfcommunity verzeichnet seit Jahren ein Plus. Insgesamt gibt es in unserem Land derzeit mehr als 100.000 Golfer, die in über 150 Clubs den Schläger schwingen. Der heimische Fachverband für den Sport ist der Österreichische Golfverband (ÖGV), der 1931 gegründet wurde und seinen Sitz in Wien hat. Der ÖGV ist der fünftgrößte Sportverband der Alpenrepublik. Österreichs Nummer eins bei den Profis ist Bernd Wiesberger, der sich erst kürzlich mit dem Sieg beim Shenzen International wieder in die Top-30 der Welt spielte.

Bei den Amateuren ist ein junger Ennstaler das Aushängeschild des Landes. Matthias Schwab, Jahrgang 1994, aus Rohrmoos scheint in der Weltrangliste der Amateure derzeit auf Platz vier auf, die Europarangliste der Amateure spuckt das Nachwuchstalent gar auf Platz zwei aus (Stand zu Redaktionsschluss). Das Profidebüt von Schwab ist für Juni 2017 mit der Teilnahme an den Lyoness Open in Atzenbrugg geplant. Vorher erwartet ihn jedoch noch eine Herausforderung der anderen Art, und zwar der Abschluss seines Wirtscha _ sstudiums. Schwab hat an der renommierten Vanderbilt University in Tennessee durch sein Golft alent ein Vollstipendium erhalten und dankte es mit herausragenden Leistungen im Golfteam der Hochschule.

„Golfst du schon, oder lebst du noch?“, so lautet ein spöttischer Spruch, der immer dann gerne zitiert wird, wenn von Golf die Rede ist. Dabei sollte man die sportlichen Anforderungen des Spiels nicht unterschätzen: Eine durchschnittliche 18-Loch-Runde dauert vier bis fünf Stunden, man legt dabei Distanzen von bis zu 10 Kilometer zurück, teilweise bergauf und bergab, und verbrennt rund 1.400 Kilokalorien, mehr als bei einer zweistündigen Tennispartie. Zusätzlich kommt bei einem Golfschwung ein großer Teil der Muskeln im Körper zum Einsatz und Koordination sowie Konzentration werden geschult. Nach einer Runde Golf über 18 Löcher fällt auch nachweislich der Cholesterinspiegel um 15 Prozent und das Körpergewicht ist um etwa ein Kilogramm reduziert. Ein weiterer positiver Effekt: Die Bewegung an der frischen Lu_ und in schöner Natur wirkt stressabbauend und beruhigend.

Golf ist also ein äußerst gesunder Sport. Einer im Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports publizierten wissenschaftlichen Studie zufolge leben Golfspieler – untersucht wurden über 300.000 schwedische Golfer – im Durchschnitt um ganze fünf Jahre länger. Es spricht also vieles dafür, die kommenden Frühlingstage zu nutzen, um in einem der heimischen Golfclubs, die sich in unserem Golf-Spezial präsentieren, den Golfsport auszuprobieren.

Foto: Fotolia

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