Heizkostenvergleich: Erdgas-Brennwert ist der Vollkostensieger, Brennholz CO2-Champion

Wie in den Vorjahren weist der Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur Erdgas-Brennwert als kostengünstigstes Heizsystem aus. Wer möglichst wenig Kohlenstoffdioxid- Emissionen verursachen möchte, setzt auf Brennholz.

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Bei der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Heizsysteme handelt es sich um einen Vollkostenvergleich, der nicht nur die Brennstoff-, sondern auch die Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten miteinbezieht. Die berücksichtigten Heizsysteme sind Fernwärme, Erdgas-Brennwert, Öl-Brennwert, Scheitholz und Pellets sowie Luft/Wasser- und Sole/ Wasser-Wärmepumpe. Weil natürlich auch die thermische Qualität eines Gebäudes eine gewichtige Rolle spielt, wird zwischen drei Häusertypen unterschieden – einem unsanierten Einfamilienhaus (HWB 175 kWh/ m2a), einem thermisch sanierten Einfamilienhaus (HWB 60 kWh/m2a) und einem Neubau ((HWB 45 kWh/m2a). Da in unsanierten Häusern kaum eingesetzt, werden Wärmepumpensysteme für diesen Gebäudetyp nicht dargestellt. Gleiches gilt für Scheitholzsysteme und Neubauten. Förderungen finden im Vergleich keine Berücksichtigung, eine Ausnahme bildet heuer der „Raus-aus-dem- Öl“-Bonus, mit dem die Umstellung von fossilen auf klimafreundliche Heizsysteme gefördert wird. Aufgrund des großen Erfolgs der Aktion – die für 2019 bereitgestellten 42,6 Millionen Euro waren bereits Ende Juni ausgeschöpft – wurde im Nationalrat Anfang Juli die Aufstockung des Fördertopfs um 20 Millionen Euro beschlossen.

Vollkostensieger Erdgas- Brennwert

Betrachtet man rein die Energiekosten, fährt man mit der Sole/Wasser-Wärmepumpe am günstigsten, während Fernwärme in dieser Hinsicht die höchsten Kosten verursacht. Berücksichtigt man jedoch nicht nur die Brennstoff-, sondern auch die Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten, ist Erdgas-Brennwert bei allen drei Gebäudetypen die günstigste Art zu Heizen.

Geschlagen geben muss sich dieses Heizsystem nur, wenn der „Raus-aus-dem-Öl“- Bonus ins Spiel kommt, mit dessen Hilfe sich die Luft/ Wasser-Wärmepumpe in der Gebäudeklasse „Einfamilienhaus thermisch saniert“ zum Vollkostensieger kürt.

Umweltfreundlich heizen

Zunehmend eine Rolle spielt heutzutage auch die Frage, wie umweltfreundlich ein Heizsystem ist. Im Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur steht deshalb auch der CO2-Ausstoß am Prüfstand. Die wenigsten Emissionen verursacht, wer mit Brennholz heizt, die meisten, wer auf Öl setzt. In über 600.00 österreichischen Haushalten gibt es aktuell noch Ölheizungen, in Neubauten sind sie ab 2020 verboten. Wenig umweltfreundlich ist auch Erdgas-Brennwert, welches das Heizsystem mit den zweitmeisten CO2-Emissionen ist.

Gebäudesanierung – wärmstens empfohlen

Zum Klimaschutz trage aber nicht nur die Wahl des richtigen Heizsystems bei, sondern v. a. auch die Sanierung von Gebäuden, wie die Wirtschaftskammer Österreich in einer Aussendung anmerkt. Die Gebäudesanierung sei in dieser Hinsicht der „heimliche Star, der Hidden Champion“. Und wer saniert, der trägt damit nicht nur wesentlich zum Umweltschutz bei, sondern schont natürlich auch die eigene Geldtasche. Es bedürfe, so die WKO des Weiteren, einer bewusstseinsbildenden Offensive sowie Investitionsanreize, um energieeffiziente Sanierungen attraktiver zu machen.