Klimanotstand: Michaelerberg-Pruggern hofft auf Vorbildwirkung

Als erste österreichische Gemeinde hat Michaelerberg- Pruggern den Klimanotstand ausgerufen. Mit dem symbolischen Akt will man ein Zeichen setzen und liefert auch Stoff für Diskussionen.

Der Gemeinderat von Michaelerberg- Pruggern sprach sich einstimmig für die Ausrufung des Klimanotstands aus, womit man sich nun in prominenter Gesellschaft mit Städten wie Basel, Zürich, Bern u. a. m. befindet. Mit der Ausrufung will man in der Gemeinde, die sich laut Aussagen von Bürgermeister Hannes Huber viele Gedanken über das Klima macht, ein Zeichen setzen und Vorbildwirkung erzeugen. „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwei vor zwölf“, so Huber in der ORF-Sendung „Im Zentrum“. Kritische Stimmen Zum Beschluss zahlreicher Städte, den Klimanotstand auszurufen, gibt es auch kritische Stimmen. So werden etwa die Notstandsklausel als leichtfertiger Umgang mit der Begrifflichkeit und revolutionäre Veränderungen als Gefahr für die Wirtschaft angesehen.

Wirtschaftsbundobmann Franz Perhab nahm zum Beschluss seiner Heimatgemeinde in einer Aussendung Stellung und bezeichnet darin u. a. die Ausrufung des Klimanotstands als „äußerst bedenklich und nicht nachvollziehbar.“ In der momentanen Hysterie um die sogenannte Klimaschutzbewegung rund um Greta Thunberg würden leider außer klimaschutzmäßigen Vorschlägen auch andere Ansätze auftauchen, welche zu einer revolutionären Veränderung unserer pluralistischen demokratischen Gesellschaft zu einer bis dato unbekannten totalitären Zivilgesellschaft führen könnten.

„Auch für die europäische Wirtschaft würde eine radikale Umsetzung dieser Thesen zu Massenarbeitslosigkeit und Wohlstandsverlust führen“, so Perhab, der auch darauf hinweist, dass eine CO2-Reduktion in Pruggern nur über eine Reduktion des Tourismusangebots möglich und deshalb aus seiner Sicht abzulehnen sei.


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