Mystisches Brauchtum: Der Glöcklerlauf

Rund um die Raunächte ranken sich zahlreiche Mythen und Rituale. Im Salzkammergut und in Teilen der Obersteiermark wird in der letzten Raunacht am 5. Jänner auch heute noch der uralte Brauch der Glöcklerläufe zelebriert.

Am Vorabend zu Dreikönig brechen die Glöckler – kunstvoll geschmückte Schönperchte  – mit Glocken und Schellen auf, um mit ihren hellen Gewändern, Glockenklang und hellem Lichterschein böse Geister zu vertreiben. Ihr harmonischer Lauf soll die guten Geister gnädig stimmen und Segen für das neue Jahr bringen. Der Brauch fand seinen Weg von Ebensee ausgehend über das ganze Salzkammergut bis ins Ennstal. Zu seinen Anfängen legten die Glöcklergruppen, die sogenannten Passen, Wege von bis zu 30 Kilometern zurück, um als Lichtbringer die Raunachtgeister zu vertreiben.

In Stainach ziehen bei Anbruch der Dunkelheit rund 200 Glöckler mit aufwendig geschmückten Lichterkappen durch den Ort, wobei jede der fünfzehn Gruppen zusammengehörige Symboliken präsentiert. Die Glöckler in Wildalpen begehen den alten Brauch der letzten Raunacht sehr ursprünglich. Sie laufen, ihr Gesicht hinter gehäkelten Schleiern verborgen, mit hohen Kronen-Kappen, die dezent leuchtend Stanzmuster mit christlichen Motiven hervorheben, von Haus zu Haus.

Glöcklerläufe in der Region am 5. Jänner Stainach, ab 19 Uhr
Wildalpen, abends

Foto: Steiermark Tourismus / www.bigshot.at