Nachbarschaft, die Früchte trägt

Das Foto von der vierten Konferenz des Gemeinsamen Komitees Steiermark– Slowenien, das den steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Sloweniens Außenminister Karl Erjavec beim Handschlag zeigt, hat Symbolcharakter. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern funktioniere gut, betonen die beiden Politiker.

Sie funktioniere in vielen Bereichen, besonders im Bildungsbereich und Katastrophenschutz, aber auch im Tourismus. Im Bildungsbereich konnte der Austausch zwischen der Universität Graz und den Universitäten Laibach und Marburg weiter vertieft werden, ebenso wie der Austausch unter den Schulen beider Länder. Außerdem konnte der Deutschbzw. Slowenischunterricht in den Grenzregionen gefördert werden. In Zukunft soll überdies die Zusammenarbeit im Bereich der Infrastruktur intensiviert werden. Für die Verlängerung der Laufzeit des Kernkraftwerks Krško hat Erjavec zugesichert, eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterstützen.

An die 400 österreichische Firmen arbeiten mit Slowenien zusammen, dessen wechselvolle Geschichte in der ältesten Stadt des Landes deutlich wird – im heutigen Ptuj, einst Pettau (Foto). Die historische Burg von Ptuj ist der Stammsitz der Herbersteins und auch sonst findet man an vielen Ecken und Enden Bezüge zur einstigen Monarchie. Im Zweiten Weltkrieg wurde die slowenische Bevölkerung teilweise enteignet und deportiert, ab 1945 die deutschen Bewohner der Stadt vertrieben.

Die Nachkriegsgeneration hat zur Zusammenarbeit gefunden und Ptuj ist heute die älteste Stadt Sloweniens und des ehemaligen Herzogtums Steiermark. Rund 180 Kilometer sind es von Liezen über die Pyhrnautobahn (A 9) bis an den Stadtrand von Ptuj. Hier treffen sich im Frühling zahlreiche Schwimmvereine aus dem In- und Ausland und schätzen die idealen Trainingsbedingungen in Hallen und Sportbecken. Ein Geheimtipp ist das Hotel Primus, dessen Therme zum Kurzurlaub einlädt. Neben der Landwirtschaft mit heute dominierender Geflügelproduktion sind Tourismus und auch ein Zweigwerk eines Autozulieferers wichtige Arbeitgeber.

Die Stadt ist Verwaltungseinheit für 15 Ortsteile und in acht Bezirksgemeinschaften erfasst. Am Rand der teilweise verkehrsfreien Altstadt hat man mit dem Bau des Draukraftwerkes einen Stausee geschaffen, der das Freizeitangebot erweitert. Wer sich auf eine Stadttour begibt, wird reichlich belohnt, führen doch die Spuren bis in die Jungsteinzeit. Die Stadterhebung erfolgte bereits in der Römerzeit. Ptuj hat viel zu bieten und an den vielen österreichischen Autokennzeichen merkt man, dass auch viele unserer Landsleute gerade die älteste Stadt der Steiermark für sich entdeckt haben.

Foto: Alex Štokelj, Invida d.o.o.


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