Ora et labora – „bete und arbeite“

Im Herzen Admonts erhebt sich das Benediktinerkloster mit seiner imposanten neugotischen Stiftskirche. 26 Mönche im Alter zwischen 24 und 80 Jahren gehören der Gemeinschaft an. Nicht alle leben im Kloster in Admont, teilweise sind sie auch in einer der 27 Pfarren, die das Stift betreut, zu Hause, informiert Pater Maximilian im Gespräch mit den LBN.


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Was sind die Grundsätze und die Philosophie des Benediktinerordens?

Die Angehörigen dieser Gemeinschaft leben nach den Regeln des heiligen Benedikts. Ora et labora stellt den Hauptgrundsatz des Ordens dar. Durch diesen wird der Tagesablauf der Mönche, der durch Gebet und Arbeit gepragt ist, strukturiert. Mit labora sind heutzutage die Aufgaben gemeint, die Ordensbruder beispielsweise an Schulen, Pfarren und auch in der Wirtschaft wahrnehmen. Des Weiteren ist ein Benediktiner an drei Gelubde gebunden: Stabilität, damit ist die Bindung an die Gemeinschaft gemeint, die ein Leben lang gilt, der klosterliche Lebenswandel, worunter die Strukturierung des Tages durch das gemeinsame Gebet und die Gottesdienstzeiten zu verstehen ist, und schließlich der Gehorsam, mit dem viel mehr der gegenseitige Respekt und das Aufeinander-Hören gemeint sind.

Erzählen Sie bitte kurz etwas über Ihr Leben und Ihre Funktionen hier im Stift.

Ich bin 36 Jahre alt, in Oberösterreich aufgewachsen und habe in Salzburg Theologie und Geschichte studiert. Hier im Stift bin ich Prior, also der Stellvertreter des Abtes, Stiftsbibliothekar, Archivar, Pressesprecher, Hofmeister und Kapitelschreiber. Dazu kommt noch meine Funktion als Pfarrer der Gemeinden Frauenberg, Ardning und Hall.

Was waren Ihre Beweggründe für den Eintritt in dieses Kloster?

Mit etwa 20 Jahren entschloss ich mich, Priester zu werden, wobei ich aber unbedingt in einer Gemeinschaft leben wollte. Damals überzeugte mich das Stift Admont durch seine offene, herzliche und familiare Atmosphäre so sehr, dass ich kurzerhand in diesen Orden eintrat.

Wie reagierte Ihre Familie auf diese Entscheidung?

Anfangs sehr schockiert, denn es kursieren ja die verschiedensten Vorurteile und Gerüchte über Mönche in unserer Gesellschaft. Das Stift Admont ist jedoch ein sehr offenes Haus, in dem die Angehörigen der Mitbruder willkommen sind. Durch die oftmaligen Besuche meiner Familie verfluchtigte sich bald deren Schock, mittlerweile genießt meine Entscheidung ihre volle Akzeptanz.

Wie stehen Sie zu unserem neuen Papst?

Papst Franziskus ist eine sehr spannende und vielseitige Persönlichkeit, die es dem praktizierenden Christen durch seine Vorgaben in puncto Offenheit und Aufeinander-Zugehen nicht leicht macht, doch die Kirche muss mitziehen. Im Vergleich zu vielen Vorgängern hat Franziskus eine sehr unkonventionelle Art, sein Amt auszuüben. Das macht ihn gewöhnungsbedurftig, aber im positiven Sinne. Dazu gesellt sich sein südamerikanisches Temperament, das sein Herz auf der Zunge leben lasst. Ich stehe zu ihm.

Foto: Sikula