Wettlauf in Sachen Stromspeichertechnik: Sieg geht nach Moosheim

Er könnte ganz Moosheim mit Strom versorgen, sagt Johann Mösenbacher über sein Heimatdorf, ein Ortsteil der Gemeinde Michaelerberg-Pruggern. Dort ist die größte BYD-Stromspeicheranlage in Betrieb.

Diese liefert auch ins Netz der Firma E-Werk Gröbming, das in zwölf Wasserkraftwerken grünen Strom erzeugt und auch als Fotovoltaikpionier gilt. Mösenbacher, Raumberg-Absolvent, hat sich in der Aufzucht hochwertiger Christbäume einen Namen gemacht, gilt als Umweltpionier. Sein Nachbar ist Matthias Walcher im Ortsteil Tunzendorf. Nach der Elektrolehre und Matura am zweiten Bildungsweg landete er beim E-Werk Gröbming als Ingenieur, übernahm den elterlichen Hof, wurde Nebenerwerbsbauer, pendelte in die Meisterschule und gilt als Spezialist für neue Techniken. Am eigenen Bauernhof ist 2012 die erste Fotovoltaikanlage errichtet und schon zweimal vergrößert worden.

Für die Meisterprüfung schuf er gemeinsam mit Mösenbacher Konzept, Planung und Zeitablauf für die Umsetzung dessen, was bei Mösenbacher entstanden ist. Brennstoffzellenpionier Fronius, auch im Stromspeicherbereich international erfolgreich, war mit an Bord. Die Technik von Fronius, das Fachwissen des Elektromeisters Walcher und die Begeisterung von Mösenbacher für die kostengünstigere Energieerzeugung locken inzwischen Fachleute aus nah und fern ins Ennstal. Auf ein bestehendes Wirtschaftsgebäude mit Biomasseheizung wurden dunkle Fotovoltaikelemente montiert, um das Landschaftsbild nicht zu stören. Heizung, Kochen, Licht hieß die Parole, hieß mehr Strom, was mehr Hackgut notwendig machte. Hackgut im Schräglager und im Trockenlager, von unten warm gebläsebelüftet – Cona-Technik aus Oberösterreich.

Im Inneren des behutsam sanierten Stallgebäudes befindet sich das Hackschnitzel-Heizwerk, am Dach, farblich abgestimmt, wurde die Fotovoltaikanlage installiert. (Foto: KK)

Für trockenes Hackgut hat Mösenbacher inzwischen Stammkunden. Bei fachkundigen Führungen informieren Schautafeln in Deutsch und Englisch. Im Brennstoffzellensystem wird Wasserstoff zu Strom gewandelt und dieser in „Boxen“ zu je 22,2 kWh gespeichert. Das System kann problemlos erweitert werden. Alle Schaltvorgänge laufen in Mösenbachers Wohnhaus zusammen. Von da kann er im Notfall Moosheim versorgen. Für Bürgermeister Hannes Huber sind solche zukunftsträchtigen Projekte wertvoll, weil damit Arbeitsplätze gesichert werden und Interessenten in den Ort kommen. Er würde sich eine Adaptierung der Raumordnung und moderne Gesetze wünschen. Die 70.000-Euro-Investition Mösenbachers gilt als Pionierleistung. Ein ähnliches Projekt steht in Schladming vor der Umsetzung, an dem auch Ramsau und Mandling beteiligt sind.


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