Zu ebener Erde und erster Stock

Nach dem Umbau der alten Volksschule Treglwang zu einem modernen Kindergarten vor gut vier Jahren ist nun auch der Neubau der Volksschule in Gaishorn abgeschlossen. Die Bildungseinrichtungen der Marktgemeinde am See präsentieren sich damit zu 100 Prozent rundumerneuert.

Nachdem eine Überprüfung des alten Volksschulgebäudes durch das Land Steiermark vor rund drei Jahren mit einer stattlichen, 48 Punkte umfassenden Mängelliste geendet hatte, begann man in Gaishorn die Vor- und Nachteile zwischen einer Sanierung und einem Neubau abzuwägen und entschied sich letztendlich für letzteres. Im Februar 2019 wurde das Projekt sodann stolz präsentiert und noch im Juli desselben Jahres mit dem Abbruch des alten Gebäudes und im Anschluss mit der Errichtung der neuen Schule begonnen.

Nun steht der Bau kurz vor seiner offiziellen Einweihung und die im vergangenen Schuljahr in eine auf einem nahen Grundstück gelegene Containerschule ausgesiedelten Gaishorner Volksschüler dürfen sich ab 14. September auf den Unterricht in einem nigelnagelneuen Gebäude freuen. Die Kosten von insgesamt 3,5 Millionen Euro werden jeweils zur Hälfte vom Land und der Gemeinde getragen. Über 20 Firmen, der Großteil davon aus der Region, was der Gemeinde von Anfang an ein großes Anliegen war, waren an der Umsetzung des Entwurfs des Radstädter Architekturbüros kmt beteiligt.

Zu ebener Erde …
Den größten Teil des Erdgeschoßes des Neubaus nehmen der neugestaltete Mehrzwecksaal und die damit verbundenen Nebenräume, die eine vielseitige Nutzung ermöglichen, ein. In der Gemeinde mit ihrem regen Vereinsleben freut man sich nach einem Jahr ohne diesen Veranstaltungsort bereits wieder auf Events wie Aufführungen der Heimatbühne oder die beliebten Narrenabende der Faschingsgilde der Gaishörner – auch wenn in Zeiten wie diesen leider nicht wirklich einzuschätzen ist, ob und wann diese wieder stattfinden werden.

… und erster Stock
Die kleine, zweiklassige Volksschule ist im Obergeschoß, mit schönem Blick über den Ort, untergebracht. Mit der Installierung zweier sogenannter Marktplätze – dabei handelt es sich um individuell nutzbare Erweiterungen der Klassenzimmer – hat man sich für ein zukunftsweisendes Konzept entschieden, das eine sehr offene Form des Unterrichts ermöglicht. Auch technisch ist die Schule auf dem neuesten Stand. So wurde beispielsweise in moderne Whiteboards für die Klassenräume investiert.

Grünphase erhofft
Die feierliche Einweihung der neu errichteten Volksschule samt Mehrzwecksaal ist für den 5. September geplant. Der wenig später wieder anlaufende Unterricht soll, wie Bildungsminister Heinz Faßmann Mitte August verkündet hat, als „normaler Regelbetrieb“ über die Bühne gehen, zumindest solange die vom Gesundheitsministerium geplante Corona-Ampel auf Grün steht. In der Marktgemeinde am See hofft man angesichts des neuen Schmuckkästchens auf eine lange, beständige Grünphase, sodass das Schulgebäude seinem Zweck zugeführt werden kann und im darunterliegenden Mehrzwecksaal in den Faschingstagen im nächsten Februar auch das eine oder andere muntere „Haligaj!“ ertönen kann.