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Junge Landwirtschaft „sieht sich Chancen“

Die heurige „Woche der Landwirtschaft“ von 9. bis 15. Mai stand ganz im Zeichen der nächsten Generation. Und diese blickt optimistisch in die Zukunft, wie bei einem Pressegespräch der Bezirksbauernkammer zu erfahren war.

Die jungen Landwirte aus der Region mit Vertretern der Bezirksbauernkammer Liezen und der Landjugend beim Pressegespräch am Putterersee. Die jungen Landwirte aus der Region mit Vertretern der Bezirksbauernkammer Liezen und der Landjugend beim Pressegespräch am Putterersee. Foto: Karl

 Es ist ein herrlicher Frühlingstag am Campingplatz Putterersee in Aigen im Ennstal. Das schöne Wetter erweckt fast den Eindruck, als wolle es die Zuversicht der anwesenden Vertreter der jungen Landwirtschaft noch unterstreichen. „Die Jugend ist optimistisch, sie sieht sich Chancen in der Zukunft“, verrät Kammerobmann Peter Kettner einleitend, bevor er an die Hauptprotagonisten, eine Jungbäuerin sowie zwei nur unwesentlich ältere männliche Kollegen, übergibt.

„Blicke positiv in Zukunft“

Den Anfang macht Hausherrin Julia Steiner. Die 21-jährige Aigenerin hat nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters vor rund zweieinhalb Jahren den elterlichen Ochsenmastbetrieb samt dem dazugehörigen Campingplatz am Putterersee übernommen. „Ich blicke positiv in die Zukunft“, sagt sie. Wichtig ist ihr eine naturnahe Landwirtschaft, von der Gesellschaft würde sie sich oft mehr Verständnis wünschen.

Gegen Standardweg entschieden

Ebenfalls aus Aigen ist Alexander Dornbusch, der erst heuer, zusammen mit seinem Bruder, übernommen hat. Während sein Bruder die touristischen und gastronomischen Agenden wie Gasthaus oder Strandbad managt, kümmert sich Alexander um die Land- und Forstwirtschaft. Er habe sich, erzählt der 25-Jährige, nicht für den Standardweg, die Milchwirtschaft, entschieden, sondern für die Direktvermarktung.

Das Spannende dabei sei, dass man in direktem Kontakt mit dem Konsumenten stehe und deshalb im Grunde eine „gläserne Landwirtschaft“ betreiben müsse. Aktuell sei die Direktvermarktung zwar ein wenig rückläufig, weil die Menschen etwas mehr aufs Geld schauen müssen, aber das sei überall so, auch im Supermarkt werde vermehrt zum günstigeren Produkt gegriffen, meint er. Seinen Optimismus schmälert das aber keineswegs.

Faire Erzeugerpreise

Der 22-jährige Julian Kettner betreibt gemeinsam mit seiner Familie am Bleiberg bei Irdning eine Milchwirtschaft mit ca. 30 Kühen, Braunvieh und Holstein-Rinder. Auch sein Blick in die Zukunft ist grundsätzlich zuversichtlich, er hätte aber durchaus auch den einen oder anderen Wunsch. Neben mehr Wertschätzung für die Bauernschaft appelliert er v. a. für faire Erzeugerpreise und eine hundertprozentige Herkunftsbezeichnung für landwirtschaftliche Produkte.

Höfesterben kaum Thema

So groß der Optimismus der jungen Landwirte, so groß auch deren Übernahmemotivation. 30 bis 50 Hofübernahmen gebe es jedes Jahr im Bezirk Liezen, nur rund ein Prozent der Höfe werde nicht übernommen, womit man gemeinsam mit dem Bezirk Murau steirischer Spitzenreiter sei, berichtet Kammersekretär Herwig Stocker.

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