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Foto: Mr. Stocker–stock.adobe.com
| Aus der Region

„Niedrige Wasserstände sind Symptome“


Bei einem Pressegespräch der SPÖ rund um die Hagauer Quelle in Selzthal wurde deutlich, dass Versorgungssicherheit auch im wasserreichsten Bezirk der Steiermark keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

spoeNationalrat Mario Lindner, SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr, Selzthal Bürgermeisterin Andrea Freisinger und Nationalrat Wolfgang Moitzi vor der Hagauer Quelle in Selzthal (v. l.); Foto: KKWasser werden wir immer haben“, diesen Satz haben wir Österreicher oft stolz ausgesprochen. Doch was für viele Jahrzehnte selbstverständlich war, wird auch in der Obersteiermark zunehmend zur Herausforderung. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass sich die Rahmenbedingungen verändern. Weniger Niederschlag, höhere Temperaturen und vor allem eine ausbleibende Schneeschmelze setzen die Wasserversorgung unter Druck. Die Voraussetzungen sind regional sehr unterschiedlich. Höhenlagen, Geografie, vorhandene Quellen und die Infrastruktur machen individuelle Lösungen notwendig. Ein Beispiel dafür ist Selzthal. Die Gemeinde versorgt sich über mehrere Quellen. Der Hochbehälter bei der Hagauer Quelle verfügt über zwei Kammern mit je 150 Kubikmetern und kann damit ungefähr einen Tagesvorrat bereitstellen. Derzeit muss allerdings immer öfter von anderen Quellen zusätzliches Wasser ins Netz gepumpt werden. Besonders deutlich wird die Veränderung beim Blick auf die Schneeschmelze: Während 2024 noch selten auf zusätzliche Pumpen zurückgegriffen werden musste, war 2025 die Schneeschmelze weitgehend ausgeblieben. 2026 wurde daher entsprechend früher auf das Quellwasser zugegriffen. „Es ist nicht damit zu rechnen, dass diese Entwicklungen eine Ausnahme darstellen“, ist Andrea Freisinger, Bürgermeisterin von Selzthal, überzeugt.

Klimaschutz und Wasserschutz gehören zusammen

Für Julia Herr, SPÖ-Umweltsprecherin im Nationalrat, zeigt sich immer deutlicher, dass Klimaschutz und Wassersicherheit untrennbar miteinander verbunden sind. Sie betont, dass es wichtig sei zu erkennen, dass all diese Entwicklungen Symptome einer größeren Ursache sind: der Klimaveränderung. Die letzten 12 Monate waren die trockensten seit wir Aufzeichnungen führen. Herr verwies dabei auf die bundesweiten Initiativen der Sozialdemokratie zum Schutz der Wasserressourcen. Neben einer klaren Priorisierung der Trinkwasserversorgung brauche es eine österreichweite Wasserstrategie sowie die rasche Umsetzung eines Wasserentnahmeregisters. Transparenz über große Grundwasserentnahmen durch Konzerne und landwirtschaftliche Betriebe zu schaffen, sei eine langjährige SPÖ-Forderung und im Regierungsprogramm verankert. Gleichzeitig müsse Wasser dauerhaft öffentliches Gut bleiben und vor Privatisierung geschützt werden. Schließlich stellt sich, wenn etwas knapp wird, immer die Frage, ob es auch teurer wird. Für die SPÖ gilt: Wasser gehört uns allen – ein Grundsatz, den es angesichts aktueller Entwicklungen unbedingt zu verteidigen gelte.

Wasser sparen allein reicht nicht

Laut dem Wassermeister von Selzthal fällt etwa beim Gartengießen deutlich mehr Verbrauch an als durch private Pools. Die Gemeinde appelliert daher auch an die Bevölkerung, bewusst mit dem kostbaren Gut umzugehen. Neben den verfügbaren Wassermengen spielt jedoch auch die Infrastruktur eine entscheidende Rolle. Ein gut ausgebautes, dichtes Leitungsnetz kann darüber entscheiden, ob eine Gemeinde mit ihrem Wasser auskommt. In Selzthal wurde das gesamte Wassernetz bereits vor rund zehn bis 15 Jahren erneuert. Gleichzeitig wird laufend nach Lecks gesucht – denn Wasser, das unterwegs verloren geht, fehlt am Ende im Speicher. Die Forderung der SPÖ lautet deshalb: jetzt investieren, statt später reagieren. Quellen sollen gesichert, Speicher geschaffen, Leitungsnetze saniert und gemeindeübergreifende Lösungen stärker genutzt werden. Auch Bund und Land seien gefordert, Investitionen in die kommunale Wasserversorgung entsprechend zu unterstützen. ◻

Die Petition der SPÖ kann hier unterstützt werden: https://www.spoe.at/unser-wasser-schuetzen/