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125 Jahre alpines Rettungswesen im Gesäuse

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in Österreich fünf sogenannte Localstellen gegründet, die mit dem alpinen Rettungswesen in ihrem Gebiet betraut wurden. Eine davon war die heutige Bergrettungsortsstelle Admont.

125 Jahre alpines Rettungswesen im Gesäuse Foto: Andi Hollinger

 Österreich nahm eine weltweite Vorreiterrolle ein, als 1896 die organisierte Rettung aus Bergnot ins Leben gerufen wurde. Ziel war eine rasche Hilfeleistung in alpintouristisch relevanten Gebieten zu ermöglichen. Gemeint waren damit jene Gebiete, in denen vorrangig Wiener Bergsteiger ihrer Leidenschaft frönten – also Schneeberg, Hochschwab, Rax und Gesäuse. Es wurden fünf „Localstellen“ gegründet, eine davon in Admont. Da die Admonter aber großen Wert auf Korrektheit legen, wird der Beginn des alpinen Rettungswesens im Gesäuse mit der offiziellen Genehmigung der Statuten, unterzeichnet im Juni 1897 in Wien, angegeben. Die Bergrettung Admont begeht damit heuer ihr 125-Jahr-Jubiläum.

Gesäusepionier als Mitbegründer

Mitbegründer der damals gegründeten „Localstelle Ennsthal-Admont“ war kein Geringerer als der unermüdliche Gesäusepionier Heinrich Hess, der Namenspatron der bereits 1893 eröffneten und bis heute bestehenden Hesshütte. Der in Wien geborene Alpinist gilt aufgrund zahlreicher Erstbegehungen als Erschließer des Gesäuses und verfasste auch den ersten Gesäuseführer.

Seit jeher ehrenamtlich im Einsatz

Ein Teil der aktuellen Aktivmannschaft der Bergrettung Admont. (Foto: Raimund Reiter)Ein Teil der aktuellen Aktivmannschaft der Bergrettung Admont. (Foto: Raimund Reiter)Schon bei der Gründung Ende des 19. Jahrhunderts etablierten sich Strukturen, die im Wesentlichen bis heute Bestand haben: Die Leitung von Einsätzen oblag lokalen Kompetenzen mit Organisationstalent, Bergekosten wurden von den Geretteten und deren Angehörigen oder bei Uneinbringlichkeit aus einem Fonds des damaligen Alpinen Rettungsausschusses Wien beglichen. Die Bergemannschaft bekam keine Vergütung, half also ehrenamtlich. Mittlerweile gibt es allein in der Steiermark 53 Bergrettungsortsstellen und das gesamte Bundesgebiet wird flächendeckend vom Österreichischen Bergrettungsdienst betreut.

125 Jahre in Buchform

Das bei der Jubiläumsfeier präsentierte neue Buch erzählt von  125 Jahren alpinem Rettungswesen  im Gesäuse. (Foto: Alpiner Rettungsdienst Gesäuse)Das bei der Jubiläumsfeier präsentierte neue Buch erzählt von 125 Jahren alpinem Rettungswesen im Gesäuse. (Foto: Alpiner Rettungsdienst Gesäuse)Am 10. September feierte die Bergrettung Admont im Volkshaus Admont ihr 125-Jahr-Jubiläum. Dabei wurde auch das Buch „Moderne Zeiten im Gesäuse“ präsentiert, das auf 240 Seiten die Geschichte der Ortsstelle – von den oft tagelangen und entbehrungsreichen Bergungen im Hanfseilzeitalter bis hin zu den veränderten Arbeitsbedingungen der Bergrettung in der digitalen Moderne – erzählt.

LBN-WOHIN
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