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Ein Steirerkrapfen als Motivation

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Franz Neuper aus Altirdning hat sich vor einigen Jahren der Herstellung von Roggenmehl verschrieben. Und das regionale Qualitätsprodukt, das unter dem Markennamen „Ennstal Mehl“ vertrieben wird, erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Ein Steirerkrapfen als Motivation Foto: Karl

Ennstal Mehl Ernte bzw Dreschen (Fotos: Brigitte Schachner)Bei der heurigen Ernte kam erstmals der von den vier Ennstal-Mehl-Bauern gemeinschaftlich angeschaffte eigene Mähdrescher zum Einsatz. (Foto: Brigitte Schachner)Für den Getreideanbau habe er sich schon als Schüler an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein interessiert, erzählt Neuper. Nach der Matura wechselte er von der Schule in Raumberg an die Forschungsanstalt in Gumpenstein, wo er als Versuchstechniker tätig war und ihm sein Chef Bernhard Krautzer einen Floh ins Ohr setzte: „Stell dir vor, du isst einen Steirerkrapfen und alle Zutaten kommen aus der Region!“ Eine Vorstellung, die den Altirdninger nicht mehr losließ und schließlich zur Entscheidung führte, eine noch nicht regional erhältliche Zutat selbst zu produzieren: Roggenmehl.

Vor sieben Jahren säte Neuper, der im Haupterwerb Milchwirtschaft betreibt, auf 0,3 Hektar erstmals aus, erntete im Folgejahr 600 Kilo und beschloss, das Vorhaben weiterzuverfolgen, wovon ihn auch eine schlechtwetterbedingte Nullernte zwei Jahre später nicht abbringen konnte. Heute baut er auf zwei Hektar an und konnte diesen August rund 10.000 Kilo dreschen, die er nun zu Mehl der Type 960 oder zu Vollkornmehl vermahlt und abpackt. Rund 7.500 Kilo bestes Roggenmehl ergibt die heuer geerntete Menge.

Die Marke „Ennstal Mehl“

Unter der Dachmarke „Ennstal Mehl“, die in Zusammenarbeit mit Spar-Landmarkt-Produktmanager Manuel Gamsjäger ins Leben gerufen wurde, bauen mittlerweile vier Landwirte Getreide – Roggen und Bio-Dinkel – an. Und man habe vor, auch noch weitere Getreidearten anzubauen, erzählt Neuper, etwa Weizen, auch wenn der deutlich anspruchsvoller als Roggen sei. „Da muss man sich im Ackerbau schon gut auskennen für eine gute Mehlqualität.“

Erhältlich ist das Mehl aus dem Ennstal bei den Spar Landmärkten und Eurogast sowie bei zahlreichen Bauern- und Hofläden in der Region. Mit dem Dörfl in Irdning habe man auch einen Abnehmer in der Gastronomie, außerdem würden derzeit vielversprechende Gespräche mit Bäckereien laufen, berichtet der Altirdninger. Wie bei vielen regionalen Lebensmitteln sei auch bei ihrem Mehl die Nachfrage deutlich gestiegen, Neuper berichtet von „rund 30 Prozent mehr Umsatz“.

Im Rennen um Innovationspreis

Neuper ist auch unter den Kandidaten für den Vifzack 2022, den Agrarinnovationspreis der Landwirtschaftskammer Steiermark. Von 29. Oktober bis 29. November konnte abgestimmt werden, in den Zwischenrankings lag „Ennstal Mehl“ zumeist ganz vorne, das offizielle Endergebnis lag bei Druck dieser Ausgabe aber leider noch nicht vor. Ob Sieg oder nicht, allen, die für ihn gevotet haben, spricht der Roggenbauer ein großes Danke aus. Ein noch größeres Danke gebühre aber seiner Familie, ohne die das Projekt „Ennstal Mehl“ niemals zustande gekommen wäre.

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