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Emma hat noch nicht ausgewandert, hatscht aber

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Anfang August eröffnete Emma Wanderer in Hieflau einen Remote-Work-Campus, weitere in ganz Europa sollten folgen. Nicht einmal fünf Monate später muss das Wiener Start-up Insolvenz anmelden.

Emma hat noch nicht ausgewandert, hatscht aber Foto: Tim Etl

Nach rund einem Jahr Bauzeit war es am 4. August des letzten Jahres endlich so weit: Am ehemaligen Hieflauer Sportplatz öffnete der erste Emma-Wanderer-Campus seine Pforten. Man wollte sich als Destination für all jene, die auf der Suche nach einem Ort für ihre Workation, die Kombination aus Erwerbsarbeit und Urlaubsreise, sind, etablieren. Doch der Plan ging nicht auf, denn am 16. Jänner meldete das Start-up, genauer gesagt die für den Betrieb verantwortliche Emma Wanderer GmbH, am Handelsgericht Wien Insolvenz an.

Fehlendes Vertrauen der Investoren

Wie es sein kann, dass man bereits nach nur wenigen Monaten laufenden Zahlungsverpflichtungen schon nicht mehr nachkommen kann? Für den Hochlauf des Betriebs bis zum Erreichen des Break-even-Points und in weiterer Folge der Gewinnzone wäre mehr Kapital seitens der Investoren vonnöten gewesen, worauf man vor und nach der Eröffnung mehrfach hingewiesen habe, so Andreas Jaritz und Julia Trummer, die Gründer und Geschäftsführer der Emma Wanderer GmbH, in einem Statement. Weil dieses Kapital letztendlich aber nicht zur Verfügung gestellt wurde, zogen die beiden Mitte Jänner schließlich die Notbremse in Form des Insolvenzantrags.

Sowohl die mit rund 25 bzw. 20 Prozent an der Emma Wanderer GmbH beteiligten Jaritz und Trummer als auch der Mehrheitseigentümer, das Wiener Start-up-Studio Trive von Martin Sirlinger, betonen, dass es diverse Vorschläge zur Rettung gegeben habe, die aber leider allesamt gescheitert seien. Die Schuld dafür schieben sie dem jeweils anderen in die Schuhe. Es bleibt die Frage, wieso der Betrieb im Herbst letzten Jahres überhaupt aufgenommen wurde, wenn schon vor der Eröffnung bekannt war, dass zu wenig Kapital vorhanden ist.

Emma soll weiterwandern

Sirlinger wollte gegenüber den LBN weder das angebliche fehlende Vertrauen der Investoren kommentieren noch die Frage, wer an den gescheiterten Rettungsversuchen Schuld sei, im Detail erörtern. Für ihn, der mit Trive nicht nur Mehrheitseigentümer der Emma Wanderer GmbH, sondern der auch Geschäftsführer der EW Hieflau GmbH ist, die im Besitz des knapp 18.000 Quadratmeter großen Grundstücks sowie der darauf befindlichen Gebäude ist, habe nun in erster Linie die Zukunft des Campus Priorität. Die Emma Wanderer GmbH, für die es keinen Sanierungsplan gibt, und auch deren 100-prozentige Tochter, die EW Campus Betriebs GmbH, werden in dieser keine Rolle mehr spielen. Für die Fortführung gebe es durchaus schon Ideen, so Sirlinger, eine Wiedereröffnung im Frühjahr sei „absolut möglich“.



LBN-WOHIN
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