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„Möchten so schnell wie möglich sichtbare Resultate haben“

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Seit etwas mehr als einen Monat hat Liezen eine neue Bürgermeisterin. Wir haben Andrea Heinrich zum Interview getroffen und sie u. a. nach ihren Plänen für die Innenstadt gefragt.

„Möchten so schnell wie möglich sichtbare Resultate haben“ Foto: Georg Rothmann

 LBN: Sie haben sich für die nächsten Jahre einiges vorgenommen, u. a. die Innenstadtgestaltung. Was ist mit dem krisenbedingt knappen Budget möglich?

Heinrich: Die ursprüngliche Variante für den Hauptplatz mit Tiefgarage wird sich nicht ausgehen. Es gibt aber sehr gute Ideen, die man mit viel weniger Mitteln umsetzen kann und ich hoffe, dass es uns gelingt, dass wir schon nächstes Jahr Sachen umsetzen. Wir möchten so schnell wie möglich sichtbare Resultate haben. Was auf jeden Fall passieren soll, ist, dass wir den Marktplatz herrichten. Da schauen wir auch, dass wir ein Fachärztezentrum zusammenbringen. Den Hauptplatz werden wir zumindest ein bisschen mehr begrünen und Sitzgelegenheiten errichten.

Mit der Initiative „Liezen+“ rufen Sie die Bürger dazu auf, mitzubestimmen, wie Liezen besser werden soll. 2018 hat man eine große Bürgerbefragung durchgeführt. Warum greift man nicht einfach auf diese Ergebnisse zurück?

Die Ergebnisse von damals sind nicht vergessen, aber ich denke, dass sich in den letzten zweieinhalb Jahren so wahnsinnig viel geändert hat, dass man diese jetzt nicht mehr einfach eins zu eins umsetzen kann.

Von den Ergebnissen der Befragung von vor vier Jahren wurde wenig bis gar nichts umgesetzt. Hat das die Motivation der Liezener zur neuerlichen Bürgerbeteiligung vielleicht gedämpft?

Ich kriege schon total viele und nette Rückmeldungen.

Corona, Förderungsrückgang, steigende Betriebskosten –das Kulturzentrum Altes Kino ist kurz vorm Aufhören. Blutet der ehemaligen Kulturreferentin da nicht das Herz?

Immer noch Kulturreferentin – noch habe ich das Referat. Und ja, mir blutet das Herz. Das Problem ist: Wenn etwas gemacht wird, dann kommen die Leute nicht. Die haben es sich in der Coronazeit daheim gemütlich gemacht, haben sich Netflix oder Disney+ genommen, die Wohnung oder das Haus renoviert, es sich daheim extrem schön gemacht. Geld haben sie jetzt auch nicht mehr so viel – all das greift ineinander. Der Heinz [Anm.: Treschnitzer, Obmann des Trägervereins Cult.Events] macht jetzt einmal Pause, soviel ich weiß, möchte es aber auf jeden Fall weiterlaufen lassen. Und ich werde ihn natürlich unterstützen, weil ich das wahnsinnig wichtig finde.

Die Sommerbühne ist ob der Tourismusreform für 2023 fraglich. Wird es sie geben?

Ich hoffe es. Das Stadtmarketing und das Kulturreferat haben immer gut zusammengearbeitet. Das Ganze ist mit dem Tourismusverband Gesäuse leider sehr viel schwieriger geworden. Ich werde alles daransetzen, dass wir die Sommerbühne wieder machen können!

Als Vizebürgermeister haben Sie sich den ehemaligen Finanzreferenten Albert Krug ins Boot geholt. Eine kluge Wahl nach dessen Differenzen mit dem früheren Finanzdirektor Bernhard Steinberger und anderen leitenden Bediensteten?

Er hat immer gut für Liezen gearbeitet und sich nichts zuschulden kommen lassen, was irgendwie strafrechtlich relevant wäre. Es hat einfach persönliche Differenzen gegeben. Der Albert ist damals zurückgetreten, damit er dem Bernhard Steinberger die Möglichkeit zum Bleiben gibt. Leider ist dieser dann trotzdem gegangen. Der Albert ist für mich eine wertvolle Stütze und ich hoffe, dass da ein Schlussstrich gezogen werden kann.

LBN-WOHIN
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