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Untergrimming: Heftiger Gegenwind für Steinbruch

In dem kleinen Ort in der Gemeinde Stainach-Pürgg sorgt ein geplanter Schotterabbau für Unmut. Die Anwohner zeigen sich kämpferisch, wollen das Vorhaben um jeden Preis verhindern.

Noch ist der in unmittelbarer Nähe zum Ort gelegene Steinbruch (im Bild links) relativ klein, er soll aber, zumindest wenn es nach Plänen der Firma Danglmaier geht, auf weit über vier Hektar anwachsen. Noch ist der in unmittelbarer Nähe zum Ort gelegene Steinbruch (im Bild links) relativ klein, er soll aber, zumindest wenn es nach Plänen der Firma Danglmaier geht, auf weit über vier Hektar anwachsen. Foto: © Karl

Bereits jetzt gibt es am geplanten Abbauort einen kleinen Steinbruch. Diesen möchte die Florian Danglmaier GmbH aus Aigen im Ennstal übernehmen und deutlich, nämlich auf über 4,5 Hektar, vergrößern. Konkret ist vorgesehen, den Steinbruch nach Westen und in die Höhe – zwölf bis zu acht Meter hohe Etagen mit einer Gesamthöhe von über 90 Metern sollen entstehen – auszuweiten. Die Laufzeit des Vorhabens ist mit 20 Jahren angegeben, jährlich sollen 40.000 Tonnen abgebaut werden. Die Schottergewinnung soll in erster Linie in Form von Trockenbaggerungen erfolgen, größere Steinblöcke müssen aber gesprengt werden. In puncto Abtransport versichert man, dass dieser nicht durch den Ort erfolgen werde. Täglich sind zehn bis 15 Lkw-Fahrten geplant.

Abgesehen davon, dass die Wunde, die der Abbau in die Grimmingflanke reißen würde, landschaftlich alles andere als schön wäre, befürchtet man in Untergrimming Staub- und Lärmbelästigung, Anwohner in Steinbruchnähe außerdem eine Wertminderung ihrer Häuser. Und auch im restlichen Dorf ist man nicht begeistert, etwa, weil exakt jene Route, die im Konzept des Projektwerbers für den Abtransport beschrieben ist, ein beliebter Spazierweg ist. Eine Bewohnerin: „Bei täglich bis zu 15 Lastern braucht man dort mit den Kindern nicht mehr spazieren gehen.“ Die Route würde aber über öffentliches Gut und eine nicht für das Gewicht schwer beladener Lkw ausgelegte Holzbrücke, die neu errichtet werden müsste, führen. Erteilt die Gemeinde dafür nicht die Genehmigung, würde das auch das Aus für das Steinbruchvorhaben bedeuten.

Unterschriften gesammelt

Um das Projekt zu verhindern, wurden im Ort bereits Unterschriften gesammelt. Auch Johann Gasteiner, der in Untergrimming wohnhafte Vizebürgermeister der Gemeinde Stainach-Pürgg, hat sich mit seinem Autogramm gegen den Schotterabbau positioniert. Bereits im Vorfeld der mündlichen Verhandlung über den Abbau am 11. Mai wurde die Unterschriftenliste an die Bezirkshauptmannschaft übermittelt und in weiterer Folge auch Bürgermeister Roland Raninger übergeben.

Hitzige Verhandlung

Zur Verhandlung im Stainacher Volkshaus erschienen neben Vertretern der Firma Danglmaier, der Bezirkshauptmannschaft Liezen und der Gemeinde Stainach-Pürgg trotz Termins an einem Dienstagvormittag auch rund 50 Untergrimminger, zum Teil mit rechtsanwaltlicher Unterstützung. Nach rund vier Stunden des Verhandelns in aufgeheizter Stimmung wurde vertagt. In Untergrimming ist man entschlossen, nicht lockerzulassen, und sieht gute Chancen, den Abbau zu verhindern.

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