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Unfiltrierte Weine

Wer glaubt, dass Weine blitzblank und klar sein müssen, kennt unfiltrierte Weine noch nicht.

Unfiltrierte Weine Foto: Rossand Helen photographers / stock.adobe.com

Bei den meisten Weinen werden durch Filtration Trubstoffe und kleine Partikel entfernt. Weil danach immer noch feinste Schwebeteilchen vorhanden sind, werden sie zusätzlich geschönt. So entstehen stabile, saubere, klar strukturierte Weine, frei von Bestandteilen, die eine Nachgärung oder andere Fehlprozesse auslösen könnten. Bei unfiltrierten Weinen hingegen vermuten die meisten im ersten Moment Unsauberkeit und Fehlerhaftigkeit. Dabei sind die Partikel und Schwebeteilchen wichtige Geschmacksträger.

Unfiltrierter Wein ist etwas geschmeidiger, weicher, cremiger. Hefe und Trub ergeben meist leicht nussige Noten, manchmal sogar einen briocheartigen Duft. Die verbleibende Hefe schützt den Wein vor Oxidation, der für die Stabilisation notwendige Schwefel kann minimiert werden. Es bildet sich in der Flasche meist mehr Depot, das die Qualität aber nicht beeinflusst. Es besteht ein kleines Risiko, dass der Wein einen Hefeböckser, einen ungewohnten Geruch nach Stall oder Ziege, bekommt. Im Regelfall verfliegt ein solcher jedoch relativ schnell an der Luft.

Unfiltrierte Weine sind keine Alltagsweine, sondern spannende Weine abseits des Mainstreams, individuell und charaktervoll. Sie sind Teil einer sich erneuernden Weinwelt, die immer mehr Anhänger findet und die man unbedingt ohne Vorurteile erkunden sollte.

LBN-WOHIN
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