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Ein besonders schönes Exemplar „Gruß aus Liezen“, gelaufen 1898 (Foto: Stadtarchiv Liezen)

Kommunikation vor WhatsApp und Co.: Die Ansichtskarte


Ein Alltag ohne Smartphone - Was für viele bereits im Zuge von Experimenten wie ein wahrgewordener Albtraum klingt, war für die längste Zeit der Menschheitsgeschichte ganz normal.

Gruß aus Liezen (Foto: Stadtarchiv Liezen)Bevor es Smartphones oder Messenger-Dienste gab, wurden natürlich andere Wege, um kurze Nachrichten zu verschicken, genutzt. Eine besonders wichtige Rolle spielte dabei die Ansichtskarte. Österreich gilt als eines der Länder, in denen diese Form der Kommunikation ihren Anfang nahm. Bereits im Jahr 1869 wurde die sogenannte Korrespondenzkarte eingeführt. Die Idee dazu kam vom k. k. Post- und Telegraphendirektor Emanuel Herrmann. Sein Vorschlag war, eine kleine und günstige Karte einzuführen, auf der man kurze Mitteilungen schreiben konnte. Im Vergleich zu einem Brief war sie einfacher und preiswerter zu verschicken.
Am Anfang waren diese Karten sehr schlicht gestaltet und enthielten keine Bilder. Doch das änderte sich bald. In den 1870er-Jahren wurden zunehmend Postkarten mit Illustrationen gedruckt, die schnell an Beliebtheit gewannen und sich zu Sammlerstücken wandelten. Auf der abgebildeten Karte ist deshalb schwungvoll vermerkt „Für Ihre Sammlung“!
In Liezen waren besonders die Dumba Villa, Schloss Grafenegg, der Ausblick vom Kalvarienberg oder die Weißenbacher Wände beliebte Motive. Viele Karten wurden vor Ort erzeugt – zum Beispiel von den Familien Vasold, Wulz, Maischberger – und sind bis heute beliebte Sammelobjekte.


 Stadtarchive sammeln Zeitdokumente, die interessante Einblicke in die Geschichte des jeweiligen Ortes geben. In Zusammenarbeit mit Katharina Ernecker, der die Archivierung der Schätze in Liezen obliegt, präsentiert Ihnen das LBN-Magazin in dieser Ausgabe eine Rarität aus dem Archiv der Bezirkshauptstadt.