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Das Gasselfahren war viele Jahre ein Publikumsmagnet. Die Aufnahme stammt etwa von 1932 oder später. (Foto: Stadtarchiv Liezen)

Vor 100 Jahren: Das Gasselfahren in Liezen


Wie in vielen anderen Orten fanden auch in Liezen Gasselfahrveranstaltungen statt. Dabei handelt es sich um Wettkämpfe, bei denen ein Pferd einen Schlitten zieht, der von der Bauart dem Sulky aus dem Trabrennsport ähnelt. In Liezen wurde das Gasselfahren zumindest ab 1869 veranstaltet, zuletzt vermutlich im Jahr 1954.

Im Jänner 1926 war es wieder soweit: Aus nah und fern strömten zahlreiche Zuschauer auf die sogenannte Fuchswiese unterhalb der Eisenbahnstrecke. Ein Foto, das vermutlich um 1932 oder etwas später aufgenommen wurde, zeigt im Hintergrund deutlich die Röthelbrücke.

Werfen wir nun einen Blick zurück ins Jahr 1926: Damals berichtete das Grazer Volksblatt begeistert von der „herrlichen Witterung“ und der 730 Meter langen Rennstrecke. Auf dieser traten Teilnehmer aus verschiedenen Teilen des Bezirks sowie aus Windischgarsten gemeinsam mit ihren Pferden gegeneinander an und kämpften um die besten Platzierungen.

Beim Hauptrennen sicherte sich Hans Eibl aus Bad Aussee den Sieg. Zusätzlich sorgte ein weiterer Bewerb für Spannung: Beim Schijöring zieht ein Reiter einen Schifahrer hinter sich her. In dieser Disziplin belegten die Liezener Hans Pillat sowie Hermann und Franko Vasold die ersten drei Plätze.

Die Siegerehrung nahm Bürgermeister Richard Steinhuber vor. Den stimmungsvollen Abschluss des ereignisreichen Tages bildete ein Konzert der „Blechmusikkapelle Liezen“ im Gasthof zur Post.



Stadtarchive sammeln Zeitdokumente, die interessante Einblicke in die Geschichte des jeweiligen Ortes geben. In Zusammenarbeit mit Katharina Ernecker, der die Archivierung der Schätze in Liezen obliegt, präsentiert Ihnen das LBN-Magazin in dieser Ausgabe eine Raritäten aus dem Archiv der Bezirkshauptstadt.